Ein Hallo an Euch vom Dark Feather! Für die, die Euch noch nicht kennen, wer und was „versteckt“ sich hinter At Daggers Drawn?
Erik: Gute, handgemachte Musik! – lach – Ne, im Ernst, wir sind sechs Mann, die einfach Spaß am Musik machen haben und das gerne unters Volk bringen wollen! AT DAGGERS DRAWN besteht nun schon seit 6 Jahren und vor ca. einem Jahr haben wir unsere EP „Ignition“ veröffentlicht, bisher noch im Eigenvertrieb – ein Label haben wir nicht. |
Ihr fahrt eine sehr interessante Schiene, traditionellen Death-Thrash-Metal mit anderen Genres zu verbinden. So lasst Ihr auch melodiöse Parts in Eurer Musik einfließen, wie unter anderen beim sinfonischen „Dead Before The End“ oder auch cleane Gesangslinien wie zum Beispiel bei „With You“. Wie würdet Ihr selbst einen Außenstehenden Eure Musik beschreiben?
Erik: Ich finde das persönlich immer sehr lustig, was die Hörer aus unserer Musik alles raushören. Da sind teilweise Vergleiche zu Bands dabei, deren Namen ich gar nicht kenne. Nun, wir haben unser „Kind“ Melodic-Death getauft, weil das so die Bezeichnung war, die wir am meisten rückgemeldet bekommen haben. Es ist schwierig, das zu beschreiben, weil wir einfach so viele verschiedene Einflüsse mitbtringen. Die Genre-Verbindungen, die du nennst, die passieren einfach beim Songschreiben, sind also nicht zielgerichtet. Wir schreiben die Songs und probieren solange verschiedenen Dinge aus, bis wir alle ein gutes Gefühl haben und denken „das Ding rockt“.
Am ehesten, weil das unser größter gemeinsamer Nenner ist, kann man IN FLAMES als Vergleich nennen, in die Richtung geht’s.
Martin: Wir bringen halt alle unterschiedliche Einflüsse mit in die Musik, weil wir ja auch alle unterschiedliche Vorlieben haben. Diese unterschiedlichen Einflüsse merkt man denke ich schon bei der EP „Ignition“, an der ich allerdings noch nicht mitgearbeitet habe. Ich habe z.B. früher in der Electro/Gothic Band The Count gespielt und werde so wieder andere Einflüsse in die neuen Songs mitbringen.
Ist die Entwicklung zu diesem eindrucksvollen und eigenständigen Stil hin, auch „schuld“, warum Ihr erst im letzten Jahr Eure Debüt-EP „Ignition“ aufgenommen habt, immerhin gibt es At Daggers Drawn bereits seit sechs Jahren. Brauchte es sozusagen seine Zeit der Reife?
Erik: Das wohl auch, eine Band muss ja erstmal lernen, zusammenzuspielen, den eigenen Stil zu finden etc. Aber in den letzten sechs Jahren hat sich einfach viel an persönlichen Dingen getan. Viele Prüfungen, Studium beendet, Jobwechsel – also einfach gesagt, das Leben! Wir betreiben die Musik ja immerhin noch als Hobby, also muss auch irgendwo her die Kohle für Lebensmittel usw. kommen.
Außerdem kostet eine richtig gute CD-Produktion leider auch einiges an Geld, auch wenn man mittlerweile schon viel zu Hause machen kann. Das stand bisher einfach noch in keiner Relation, weil wir ja noch nicht die bombastischen Verkaufszahlen vorzuweisen haben – ansonsten würden wir auch glaube ich nicht mit DARK FEATHER dieses Interview hier führen können.
Martin: Eigentlich liegt es auch daran, dass die Band ein chaotischer Haufen ist. Ich habe mir vorgenommen das ein wenig zu ändern! Da muss mal einer hart durchgreifen!
Apropos…gibt es At Daggers Drawn in relativ konstanter Besetzung oder musste sich auch bei Euch schon einige Male das Karussel drehen, um an dem heutigen Stand zu gelangen?
Martin: Also ich bin noch ganz neu und erst seit diesen Sommer dabei.
Erik: Oh, da hat sich einiges getan... Mittlerweile sind bis auf Rafael und mir alle Positionen neu besetzt worden. Pierres Vorgänger sind beide spontan auf der Bühne explodiert, Petra (keys) wurde von nem Wolf gefressen und Manuel (Bass) ist einfach so verschwunden... ne, Spaß! Eigentlich liegt es an unseren riesigen Rockstar-Egos.... *grins *
Martin: Meistens hat es an beruflichen Verpflichtungen gelegen. Silviu hat es z.B. nach Rumänien verschlagen. Petra ist auch noch wohl auf, sie hatte nur kaum noch Zeit, so dass ich Anfang des Jahres von den Jungs gefragt wurde, ob ich nicht bei AT DAGGERS DRAWN einsteigen würde. Manuel hat übrigens früher mit mir bei The Count gespielt. Damals war ich allerdings noch an der Gitarre.
Soweit ich weiß, wird es demnächst zumindest schon mal eine weitere Veränderung geben, Eurer Drummer Markus muss Euch verlassen. Warum und habt Ihr schon einen Nachfolger in Aussicht?
Erik: Ja, leider hat sich Markus dazu entschieden, die Band nach 6 Jahren zu verlassen. Er hat sich persönliche Ziele gesetzt, die zeitlich leider mit AT DAGGERS DRAWN so nicht vereinbar sind. Aber er wird bis Ende des Jahres noch bei uns bleiben und auch noch mehrere Konzerte spielen. Im Dezember ist dann sein offizielles Abschiedskonzert. Das heißt nun für uns, dass wir einen neuen Drummer suchen müssen – ein paar Interessenten haben sich schon gemeldet. Ein namentlich nicht genannter Privatsender hat aber schon die Rechte an den Castings gekauft...
Soso…;-) Wie und wann kann man Euch eigentlich live erleben?
Erik: Bis Ende des Jahres stehen noch drei Live-Termine an, danach werden wir eine Zwangspause einlegen müssen, um den neuen Drummer einzuarbeiten. Dann werden wir mal sehen! Die genauen Termine kann man sich auf der obligatorischen MySpace-Seite anschauen (myspace.com/atdaggersdrawnmetal). Da kann man sich übrigens auch unsere EP anhören! |
Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und artverwandten Szene(n)?
Erik: Welche Entwicklung meinst Du genau?
Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
Erik: Och, das ist schwierig... einerseits ist es echt schon gut für Bands, die ihre Musik veröffentlichen wollen – man erreicht einfach und schnell unheimlich viele Leute, vor allem auch noch weltweit. Wir sind ja noch die Generation, die in den Plattenladen ging und sich durch die CD-Regale gehört hat, bis eine CD gefiel. Heute macht man den Rechner an, surft paar Runden und kann sich nebenher einfach und ohne Aufwand viele Bands anhören. Das macht es auf der anderen Seite einfach auch schwierig, weil es so unheimliche viele Bands sind - ich hab da grad das Stichwort Reizüberflutung im Kopf.
Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Erik: Bisher haben wir mit AT DAGGERS DRAWN eigentlich durchweg gute Erfahrungen gemacht. Mir fällt da allerdings ein Konzert ein, bei dem wir dachten, alles sei im Vorfeld geklärt. Dem war dann aber nicht so, weil nichts an Technik etc. seitens des Veranstalters vorhanden war. Kabel fehlten, Mikros waren zu wenig da – einfach ätzend. Paar Jungs einer anderen Band haben dann schnell ihr Tonstudio leergeräumt, damit wir alle wenigstens spielen können. Aber war echt ätzend und wir waren alle total angenervt.
Schön sind einfach die kleinen positiven Rückmeldungen nach Konzerten, die wir von Leuten bekommen.
Dann haben wir aus Spaß an einem Bandcontest teilgenommen, der Gewinner durfte als Vorband von NAZARETH auftreten. Stilistisch waren wir natürlich total fehl am Platze... haben dann in einer Riesenhalle vor 15 Leuten gespielt, war so gegen 1 Uhr nachts. Aber wir hatten Spaß ohne Ende und haben einfach nur Scheiße auf der Bühne gemacht – gewonnen haben wir leider nicht...
Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Erik: Gern geschehen, wir haben ja zu danken! Was bleibt noch zu sagen... nun, wer neugierig geworden ist, soll sich einfach mal die Songs auf unserer MySpace-Seite anhören. Wir freuen uns über Rückmeldungen aller Art – okay, die negativen werden direkt gelöscht. – lach - |
At Daggers Drawn “Ignition” (2008)
Melodisch und eingängig in Verbindung mit Death- und Thrash-Metal, das lässt sich schwer vereinbaren? Weit gefehlt! Nicht schlecht staunte ich als ich kürzlich die Debüt – E.P. „Ignition“ des Koblenzer Sextetts AT DAGGERS DRAWN auf den Tisch bekam. Zwar ist jenes Release mittlerweile auch schon wieder über ein Jahr alt, aber über ein Review komme ich beim besten Willen nicht herum, denn schon die ersten Töne des Titelsongs überzeugen auf ganzer Linie und zeigen gleich an, wo es lang geht: nach vorne, druckvoll und zusammen mit den atmosphärischen Keys auf wahrlich innovativen musikalischen Gewässern des härteren Genre’s. Besonders positiv fällt mir die vielseitige Stimme von Frontmann Pierre auf, der von Death-Growls über Thrash-Shouts bis hin zu den melodiösen Gesangslinien die ganze Bandbreite scheinbar problemlos überfliegt und tiefe Spuren hinterlässt. Spuren, die der interessierte Zuhörer nur allzu gern verfolgt. Die harten Gitarrenparts zusammen mit der groovender Rhythmusgruppe bilden einen interessanten Gegenpol zu den spährischen Melodien. Hier wird stets für Abwechslung gesorgt. Nicht zuletzt überzeugt dieses Debüt mit einer für einer Undergroundband ungewöhnlich starken Produktion. Dreiundzwanzig Minuten Musik, die verdammt noch mal Hunger auf mehr von den Rheinland-Pfälzer machen! |