Calvaria

Den achtziger Thrash- und Deathsound transportieren CALVARIA aus Niedersachsen in die heutige Epoche und vermischen ihn erfolgreich mit dem Sound der heutigen Zeit. Gerade mal ein Jahr als Band existent haben sie schon ordentlich was musikalisch vorgelegt und weiteres wird bald auf die Hörerschaft losgelassen, da bereits neue Recordings anstehen. Der musikalische Spagat zwischen den musikalischen Epochen ist ihnen angesichts des bisher gehörtem definitiv gelungen! Ben, der Mann am Mikro und Axel von der Gitarrenfraktion gaben uns im folgendem Auskunft zum Stand der Dinge.
 
Dark Feather Ausgabe 7

Hallo Calvaria, herzlich willkommen beim Dark Feather! Stellt Euch doch bitte einmal kurz vor, wer und was verbergen sich hinter Calvaria?

Axel: Hinter dem Namen Calvaria verbergen sich fünf mit der Musik aufgewachsene Musiker, die sich zu erst für ein Projekt mit vier Proben und einem Auftritt gefunden haben.  Über Kurz oder Lang entwickelte sich eine feststehende Band, die es verstand gemeinsam zu musizieren und einer gewissen Epoche der Musik treu zu bleiben.

Calvaria

 

In Eurer Musik frönt Ihr den Sound des guten alten 80er Jahre Thrash- und Death-Metal. Sozusagen back to the roots. Was fasziniert Euch im Besonderen an dieser musikalischen Epoche?

Axel: Nun, zwei Bandmitglieder sind genau in dieser Zeit groß geworden. Dieser Klang bleibt natürlich rückblickend und überhaupt immer in unseren Ohren. In dieser Zeit entwickelte sich der Metal ja durch Experimentieren stark in viele verschiedene Bereiche.
Ben: Die anfänglichen Klänge dieser neuen Richtungen haben halt eine markante Note mit der wir auch weiterhin gern experimentieren und diese beibehalten. Es klingt eben vertraut und kernig

Dennoch verschließt Ihr Euch nicht der Zeit und experimentiert auch mit neuem? Wie wichtig ist Euch der Spagat in diesem Bereich?

Ben: Gerade das experimentieren in der Musik ist genau das was es ja so interessant macht.
Von der Zeit zu naschen aber auch neue Stile zu interpretieren ist für uns eine Schiene die wir gefunden haben, in der auch das Schreiben der Songs erst richtig interessant wird. Man erwischt sich auch gern manchmal beim regelrechten Analysieren mancher Songs, sucht Verbindungen, diskutiert und bastelt.
Axel: wir versuchen in dieser mittlerweile sehr unübersichtlich gewordenen Metal-welt ein wenig Eigenständigkeit zu erspielen. Wichtig sind bei uns ja auch starke Refrains mit Shouts, Ausdrucksstärke.

Wie lange gibt es Calvaria eigentlich schon?

Ben: Im Herbst 2008 kam die Grundidee für ein Projekt. Man verschwieg dies jedoch nach einigen Proben und einigte sich ohne Worte auf eine fest stehende Band und hat weiter auf die Instrumenten eingehackt, da man durstig war weiter schreiben und zu spielen.
Im Roman würde man schreiben wir fanden Nähe zueinander *lach*

Bisher ist mir nichts von eventuellen Demos oder ähnlichem bekannt. Irre ich da oder ist da diesbezüglich eventuell etwas in Planung?

Ben: Ja, neben den Möglichkeiten die wir haben, hat jetzt auch die Zeit ihren Einfluss gefunden, in diesem Jahr stehen weitere Studiotermine an, ein Videodreh, eine aufgefrischte Myspace-Page und ein Album welches für nächstes Jahr in Planung steht. Des Weiteren Auftritte im Lande und Support-show  wie z.B. mit Bloodwork am 12.12.09. 

Ihr scheut Euch auch nicht Coversongs von Größen wie zum Beispiel Sepultura oder Pantera in Euer Programm einzubauen. Habt Ihr nicht Angst, das als Undergroundband die Gefahr besteht, von Eurem eigenen Potential abgelenkt zu werden oder betrachtet Ihr es mehr als Huldigung jener Größen?

Ben: Nein, Davor haben wir nicht im geringsten Angst, wir haben wenn überhaupt mehr Angst die Songs auf der Bühne zu verkacken und die Huldigung in den Sand zu setzten „Lach“. Wir haben Respekt und Freude an den Songs. Und das ist es auch wozu es dient und was dem Publikum übermittelt werden soll. Natürlich dient es auch der Atmosphäre bei Auftritten, jedoch ohne die Songs als  Stimmungs-Viagra zu missbrauchen. Als kleiner Überraschungseffekt sagen oder verkündigen wir bei Auftritten auch teilweise gar nicht an was kommt. Die Songs werden einfach losgespielt. Es macht ebenfalls Spaß dann zu sehen, wie dann die Leute den Song nach den ersten 4 Takten erkennen und man gemeinsam den Song feiert, man fühlt dann richtig das der Song als Andacht im Raume schwebt. 

In Euren Lyrics klagt Ihr die Missstände im menschlichen Bereich an. Was bringt Ihr im Besonderen mit Euren Texten zu tragen?

Ben: Es ist nicht leicht das in wenig Worte zu fassen. Man kann aber im Groben sagen, das wir Neigungen, Ängste und Psychosen sehr stark ansprechen. Wir leben in einer Gesellschaft die sich blind und abhängig macht, die es versteht Klischees zu pflegen und nur noch im Rahmen der eigenen Bedürfnisse Fleiß und Hilfsbereitschaft aufbringt. Man lässt sich blenden, man schaut in die Richtungen und Ecken, die man uns ausschmückt und vorschreibt. es geht aber genauso um psychische Knicke und Aggressionen und brutalen Missgestalten der Evolution, als auch das Gefühl was jeder von uns kennt wie: ich muss jetzt mal hier gegen die scheiß Wand schlagen! All diese Dinge finden ihren Platz
Und nun kann man sich vorstellen das es da einiges zu schreiben und thematisieren gibt *grins*, aber so etwas steht bei uns auch mit den guten Seiten die einem das Leben bietet relativ im Gleichgewicht .

Was soll bei Calvaria möglichst in naher und ferner Zukunft passieren, was steht noch auf Eurer Wunschliste?

Ben: In erster Line Auftritte, Shows spielen, rumkommen, Leute aus der Musik kennen lernen, Eindrücke gewinnen und vor allem gemeinsam ne schöne Zeit genießen um sein kleines privates Bilderbuch weiter zuführen. So was wie mit DEATH BY STEREO zu rocken wie in diesem Jahr aus Kalifornien oder wie am 12.12 mit BLOODWORK sind auch so Events, die wir in Zukunft anstreben wollen.

Calvaria Live

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und artverwandten Szene(n)?

Ben: Ganz schwer zu sagen, aber machen wir uns doch alle nichts vor, der Laden ist einfach überfüllt und überladen. Wer heute nicht direkt hinsieht und auf alten Klamotten hängen bleibt geht da schnell unter.
Axel: Die Musiklandschaft liegt in diesen Bereichen einfach brach.
Bands und wenig interessiertes Publikum – die Leute sind übersatt durch das gewaltige Konsumangebot.
Ben: Es fehlt an neuem interessanten Stoff, und damit meine ich keine komplizierten Gitarren, schnelleren Drums, mehr Blut oder Schweineköpfe auf der Bühne oder verrückte Bühnenshows, alles doch schon gesehen. Vielleicht ist es aber auch einfach nur die Ehrlichkeit, die Nähe und das das Gefühl der Sache an sich was fehlt, welches wir/man zu oft und zu leicht vernachlässigen.  

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. Myspace?

Axel: Der Zweck und der Grundgedanke dieser Plattform ist an sich ein guter, wirkt aber sehr schnell überladen. Gute Musiker gehen dort leider sehr schnell verloren in der breiten Masse.
Myspace ist auf der einen Seite eine große Werbelandschaft, und dient letztendlich auch nur diesem Zweck, was nicht heißen muss das das dem Nachteil dient, ganz im Gegenteil.
Ben: Andererseits haben in meinen Augen diese Webcommunities  einen  fragwürdigen mangelhaften Charakter, gerade was private Personen angeht. Man bezeichnet dort Menschen ausschließlich virtuell als Freunde, die man wiederum auf der Strasse nicht grüßen würde.
Mal drüber nachdenken wozu das gerade auch bei jüngeren Generationen führen kann. Also ich bekomm da ein unwohles Gefühl. 

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Ben & Axel: Also das schrägste was uns passierte war in Rheine das HART IN DEN MAI Festival in diesem Jahr. Ein drei Tages-Open-Air. Nach einer langen Anreise - so ca.3 Stunden - starrte man zu erst in einen Eimer Nudelsalat, das war das Catering. Fünf Bier später bezogen wir die Bühne, Soundcheck? Denkste! Hier blinken die Lichter, also sind die Anlagen an. Jochen unser Drummer musste seinen Schlagzeug-Stuhl (ein alter Holzstuhl aus der ortsansässigen Grundschule) mit Klebeband am Boden festlegen um von den beim Spielen erzeugten Vibrationen nicht von der Bühne nach hinten weg zu fallen. Die Show begann nach dem wir alle schon die Lampen an hatten und wurde mit stark schwankenden, betrunkenen, zahnlosen fußballfanatrigen 40 jährigen auf der Bühne geschmückt, sowie ein fragwürdiger Mann in Lederkleidung und Hundehalsband der sich das Mikro schnappte, um einfach reinzurotzen und in das Gehäuse zu lachen, um anschließend mit einem Besen den Platz vor der Bühne zu kehren.
Es war dennoch ein super Festival, wir hatten einen riesen Spaß und Danken dem Veranstalter von ganzem Herzen für dieses abgefahrene Festival.
Das war mal ein 1. Mai der ganz besonderen Sorte… 

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Öfters mit den Ohren sehen! In diesem Sinne, vielen Dank!
Breathe in and Exhale Metal

 

visit: www.myspace.com/calvariametal

 

 

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