In Eurer Musik frönt Ihr den Sound des guten alten 80er Jahre Thrash- und Death-Metal. Sozusagen back to the roots. Was fasziniert Euch im Besonderen an dieser musikalischen Epoche?
Axel: Nun, zwei Bandmitglieder sind genau in dieser Zeit groß geworden. Dieser Klang bleibt natürlich rückblickend und überhaupt immer in unseren Ohren. In dieser Zeit entwickelte sich der Metal ja durch Experimentieren stark in viele verschiedene Bereiche.
Ben: Die anfänglichen Klänge dieser neuen Richtungen haben halt eine markante Note mit der wir auch weiterhin gern experimentieren und diese beibehalten. Es klingt eben vertraut und kernig
Dennoch verschließt Ihr Euch nicht der Zeit und experimentiert auch mit neuem? Wie wichtig ist Euch der Spagat in diesem Bereich?
Ben: Gerade das experimentieren in der Musik ist genau das was es ja so interessant macht.
Von der Zeit zu naschen aber auch neue Stile zu interpretieren ist für uns eine Schiene die wir gefunden haben, in der auch das Schreiben der Songs erst richtig interessant wird. Man erwischt sich auch gern manchmal beim regelrechten Analysieren mancher Songs, sucht Verbindungen, diskutiert und bastelt.
Axel: wir versuchen in dieser mittlerweile sehr unübersichtlich gewordenen Metal-welt ein wenig Eigenständigkeit zu erspielen. Wichtig sind bei uns ja auch starke Refrains mit Shouts, Ausdrucksstärke.
Wie lange gibt es Calvaria eigentlich schon?
Ben: Im Herbst 2008 kam die Grundidee für ein Projekt. Man verschwieg dies jedoch nach einigen Proben und einigte sich ohne Worte auf eine fest stehende Band und hat weiter auf die Instrumenten eingehackt, da man durstig war weiter schreiben und zu spielen.
Im Roman würde man schreiben wir fanden Nähe zueinander *lach*
Bisher ist mir nichts von eventuellen Demos oder ähnlichem bekannt. Irre ich da oder ist da diesbezüglich eventuell etwas in Planung?
Ben: Ja, neben den Möglichkeiten die wir haben, hat jetzt auch die Zeit ihren Einfluss gefunden, in diesem Jahr stehen weitere Studiotermine an, ein Videodreh, eine aufgefrischte Myspace-Page und ein Album welches für nächstes Jahr in Planung steht. Des Weiteren Auftritte im Lande und Support-show wie z.B. mit Bloodwork am 12.12.09.
Ihr scheut Euch auch nicht Coversongs von Größen wie zum Beispiel Sepultura oder Pantera in Euer Programm einzubauen. Habt Ihr nicht Angst, das als Undergroundband die Gefahr besteht, von Eurem eigenen Potential abgelenkt zu werden oder betrachtet Ihr es mehr als Huldigung jener Größen?
Ben: Nein, Davor haben wir nicht im geringsten Angst, wir haben wenn überhaupt mehr Angst die Songs auf der Bühne zu verkacken und die Huldigung in den Sand zu setzten „Lach“. Wir haben Respekt und Freude an den Songs. Und das ist es auch wozu es dient und was dem Publikum übermittelt werden soll. Natürlich dient es auch der Atmosphäre bei Auftritten, jedoch ohne die Songs als Stimmungs-Viagra zu missbrauchen. Als kleiner Überraschungseffekt sagen oder verkündigen wir bei Auftritten auch teilweise gar nicht an was kommt. Die Songs werden einfach losgespielt. Es macht ebenfalls Spaß dann zu sehen, wie dann die Leute den Song nach den ersten 4 Takten erkennen und man gemeinsam den Song feiert, man fühlt dann richtig das der Song als Andacht im Raume schwebt.
In Euren Lyrics klagt Ihr die Missstände im menschlichen Bereich an. Was bringt Ihr im Besonderen mit Euren Texten zu tragen?
Ben: Es ist nicht leicht das in wenig Worte zu fassen. Man kann aber im Groben sagen, das wir Neigungen, Ängste und Psychosen sehr stark ansprechen. Wir leben in einer Gesellschaft die sich blind und abhängig macht, die es versteht Klischees zu pflegen und nur noch im Rahmen der eigenen Bedürfnisse Fleiß und Hilfsbereitschaft aufbringt. Man lässt sich blenden, man schaut in die Richtungen und Ecken, die man uns ausschmückt und vorschreibt. es geht aber genauso um psychische Knicke und Aggressionen und brutalen Missgestalten der Evolution, als auch das Gefühl was jeder von uns kennt wie: ich muss jetzt mal hier gegen die scheiß Wand schlagen! All diese Dinge finden ihren Platz
Und nun kann man sich vorstellen das es da einiges zu schreiben und thematisieren gibt *grins*, aber so etwas steht bei uns auch mit den guten Seiten die einem das Leben bietet relativ im Gleichgewicht . |