Hallo Ghosts Of Dawn, Willkommen beim Dark Feather! Stellt Euch doch bitte zu Beginn einmal kurz vor!
Hallo Dark Feather. Nun, wir sind GHOSTS OF DAWN. Unsere Musik hat ihre Wurzeln irgendwo im politischen DarkWavePunk, diese sind mit dem letzten Albumlongplayer NEVERDROWN um Grunge’n’Core Einflüsse erweitert worden. Mit den neuen Songs wenden sich GHOSTS OF DAWN allerdings wieder verstärkt Deathrock’n’Batcave-Wurzeln zu, wie bspw. deutlich zu hören bei den Gitarrenfeedbacks des Songs YOU DON’T MIND.
Aktuell gibt es zwei Line-Ups bei GHOSTS OF DAWN
Elektrisch (so auch zu hören auf der Aufnahme von dem Song YOU DON’T MIND):
MAG: vox & bass ~ OLLI: guitar ~ STEVIE: drums & backvox
Akustisch, aber auch neuerdings ab und an elektrisch:
MAG: vox & acoustic-/e-guitar ~ GHOULIANO: bass ~ EGONZALES: percussion & backvox (wir drei bei der “Ghosts Go Drop“ Dead Tour) ~ SAEGMANN: acoustic-guitar ~ BASNEP: percussion & backvox ~ MINAK: drums (der erste Ghosts’ drummer) |
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Ihr habt mit Eurer akustischen Instrumentierung ja bereits Mitte der 90er erste Erfahrungen in Form von „Straßentouren“ gemacht, die Euch bis in den tiefen Süden des Kontinents geführt haben. Wie lange gibt es Ghosts Of Dawn eigentlich schon?
Nun, GHOSTS OF DAWN ist tatsächlich eine echte 80-ziger Jahre Band. Erste GHOSTS OF DAWN Songs wie z.B. THIEF (The color of the sun today is worlds away and shades of grey) ~ HURREY, THE WORLD GOES DOWN! oder WAR & SPANISH SUN habe wir bereits 1987/88 geschrieben und arrangiert, allerdings agierten wir vorwiegend - bis auf ein live-Radiokonzert beim NDR 1988 - zurückgezogen im Proberaum und die Band hatte auch lange noch keinen Namen, bis MINAK & SVENSON - der erste Drummer und der erste Basser- dann nach der langwierigen Namenssuche Anfang September 1989 den Namen GHOSTS OF DAWN - vom King Crimson Sontext Moonchild - vorgeschlagen hatten. Dieser Name wurde von allen akzeptiert, GHOSTS OF DAWN war geboren.
Seit ca. zehn Jahren seit Ihr regelmäßig mit Eurer Musik auf der Strasse unterwegs. Was bewegt Euch dazu, diese Touren die oftmals über die Ländergrenzen hinaus zu bewerkstelligen?
Also, das erste Mal haben wir mit GHOSTS OF DAWN Straßenmusik gemacht während unserer kleinen Spanien Tour im Oktober 1995, neben den elektrischen und lauten Indi-Clubgigs wie im El Laboratorio Madrid, haben wir in Frankreich und Spanien an Stränden und in Parks mit batteriebetriebenen Verstärkern gespielt - z.B. Plage Mimizan, am SchiffsKai von Arcachon nahe Bordeaux oder im Park von Madrid - das hat sehr viel Spaß gemacht und so haben wir das beibehalten, so spielten wir im Folgendem Strassenmusik bei der Berliner Fête de Musique, dem Dortmunder Strassenmusikfest und vielen weiteren interessanten Gelegenheiten.
Wie kamen denn die Kontakte zum Ausland zustande, welche Euch ja zum Beispiel zum legendären Drop Dead Festival nach Lissabon gebracht haben?
Zunächst einmal haben wir leider nicht wirklich beim Drop Dead Festival gespielt. Die Jungs vom Akustik-Line-Up - Ghouliano, Egonzales und ich wollten lediglich unbedingt als Besucher zum Drop Dead Festival fahren, und während sich diese Idee so konkretisiert hat, dachte ich, „Mensch, eigentlich kann man die Fahrt zu dem Festival doch damit kombinieren, auf dem Weg dorthin Konzerte zu spielen“. Und so war die Idee geboren eine kleine Tour “Ghosts Go Drop Dead“ daraus zu machen. Wir haben sowohl Clubgigs, als auch Strassenmusik performt in Bordeaux, Arcachon, La Coruna, Porto und Lissabon. Wir haben von unserer Reise, von all den Club- und Strassenauftritten ungefähr 5 Stunden Videomaterial, zuletzt - wie auf unserer Homepage zu sehen den Samstag gen Ende des Drop Dead Festivals - draußen, sozusagen tatsächlich eine kleine Drop Dead-Performance mit den Songs THOUSANDS OF CURRENT PHRASES und HANGING AROUND. Aber das ist wirklich Bootleg-like... ...aber wie auch immer, bei unserem Live-Album, wird diese Fahrt als Bonus-Material veröffentlicht werden.
Mit Eurer Art Folk lasst Ihr durchaus, wenn auch ohne zu kopieren, Parallelen zu den Soloveröffentlichungen des legendären New Model Army Sängers Justin Sullivan aufkommen. Inwieweit inspiriert Euch denn der Geist jenes Ausnahmekünstlers und wo liegen Eure weiteren Einflüsse und Vorbilder?
Hm, also Justin ist groß, keine Frage, seine akustischen Songs sind klasse, aber noch mehr beeindrucken mich die frühen NMA-Songs mit dem unglaublichen Bassisten Stuart Morrow, diese Art dem Bass eine bedeutendere Funktion zu geben, als es andere Bands vorher und jetzt normalerweise tun, hat GHOSTS OF DAWN sehr geprägt, aber auch andere Künstler, wie bspw. der Gitarrenzauberer Michael Hedges haben unser Spiel beeinflusst. Nun, und wenn Du Stuart und Michael kombinierst, kommt so ein kranker Bass-lastiger GHOSTS OF DAWN Song wie CROWS & SWALLOWS dabei raus, schau Dir das Video auf unser Homepage mal an, frag mal einen Bassisten, den Du kennst, ob er das auch spielen kann, by the way, gespielt auf einem Fretless-Bass... es geht bei solchen Spielweisen nicht darum, rumzuprollen auf den Instrumenten, sozusagen wie toll man sein Instrument spielen kann, das ist Quatsch! Es geht darum neue Sounds zu erzeugen, neue Grenzen zu durchbrechen, den Klängen etwas Avantgardistisches wiederzugeben, etwas Neues kreieren...
Apropos Inspirieren…wie entstehen eigentlich bei Euch neue Songs, lasst Ihr viel von Euren Erfahrungen als Straßenmusiker mit einfließen? Entstehen die Songs am Ende gar „auf der Strasse“?
Also, hm, die Songs entstehen alle - egal ob laut und krachig oder akustisch - vornehmlich eher in der Form, als dass ich eine Akustikgitarre in die Hand nehme, rumdaddele, eine Strophe und einen Refrain - ggf. noch eine Bridge - finde, dazu spontan singe, et voilà, fertig ist der Song. Das kann recht fix gehen, also in 5 Minuten den Basic-Song haben, ist keine Seltenheit. Guck Dir die beiden Versionen - elektrisch und akustisch - von ESCALATION auf unserer Homepage an: Die akustische Version ist Songwritter-Style und ruhig. Bei der elektrischen Version geht es da etwas krasser zur Sache, ist ja schließlich auch ein PolitPunkCore-Song, aber es ist beidesmal der gleiche Song, Aufbau, Harmonien, alles identisch. Am längsten haben wir gemeinsam arrangiert und komponiert an unserem 77 Minuten-Song CORONA & THE SUNDEVIL, welcher unser zweites CD-Album komplett ausfüllt. Ach ja, der Song HANGING AROUND ist mal auf der Strasse entstanden in Nantes – als ich mit Freunden durch Frankreich gereist bin.
Aktuell arbeitet Ihr gerade an Eurer CD-Veröffentlichung, könnt Ihr dazu schon näheres verraten, was dem Fan und Hörer diesbezüglich erwarten wird?
OK, also, zum Einen haben wir unser pures akustikisches Album zu 75% eingespielt, das wollen wir mit dem kommenden Frühjahr und Sommer bei unserem Percussionisten fertig stellen - das Akustik-Album entstand eigentlich mal als Sonderprojekt. Parallel sind wir dabei unser sechstes Studioalbum zu komponieren, arrangieren und produzieren. Es geht hier, wie bereits erwähnt eher in die Deathrock’n’Batcave Richtung, was man schon n bisschen bei dem Song YOU DON’T MIND erahnen kann, auch wenn der Refrain hier eher an Politcore erinnert, so ist die Strophe wiederum mit den Feedback-Gitarren deathrockig. Die anderen neuen Songs werden eher komplett in diese Richtung gehen.
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Was kommt danach, was wünscht und plant Ghosts Of Dawn für die weitere Zukunft?
Das siebte Studioalbum, es hat auch schon einen Namen. Und besonders wünschen wir uns, dass sich das aktuelle Line-Up und der aktuell gute und freundschaftliche Zusammenhalt der Bandmitglieder weiter so entwickelt.
Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen und artverwandten Szene(n)?
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Die Deathrockszene gefällt uns sehr, da sind Menschen, die echt was bewegen, also Dangermouse vom Strange & Scary Festival Bremen, Jan Endzeit vom Crimson Night Festival oder MadLyn vom Gothic Pogo Festival, um nur einige zu nennen, wir haben mit Freuden nun auch das Black Days Glowing Open Air nördlich von Hamburg ins Leben gerufen, es gab und gibt ja noch eine ganze Reihe mehr. Diese Leute sind wichtig. Ganz besonders in Anbetracht dessen, dass wir von den Medien, egal ob Fernseher oder Computer, so vollgeschissen werden mit „...sucht den Superstar“-Plastikmusik und ähnlicher Scheiße, da ist es echt sehr wichtig, dass Räume existieren und neu geschaffen werden, die nicht von diesem neokapitalistischen System komplett diktiert und aalglatt stubenrein und vollkommen “political correct“ präsentiert werden, political correct ist eh langweilig.
Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
Hm, also Vorteil ist, dass man in der eh überschaubaren Szene gut Kontakt knüpfen kann, auch das Booking ist leichter, quasi jeder in dieser Szene hat eine site. Allerdings bin ich mir bewusst, dass dieser ganze Internetkram schon dazu beiträgt, dass wir peu à peu zum „gläsernen Menschen“ werden, auch der Aspekt, das myspace schon so eine Art Monopol innehat, stimmt sehr nachdenklich, einige Bands versuchen dem ja entgegenzugehen, indem sie sich von myspace zurückziehen, aber das ist keine Lösung, so scheint es. Aus der Sicht einer Band will man ja eigentlich auch gerade zu allen Kontakt bekommen, so dass die Menschen die Musik von einem hören können, da ist es nur logisch, dass sich so eine Quasi-Monopol Sitaution entwickelt hat. Ich habe da auch kein Patentrezept...
Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Ok, also schräg finde ich, wie sich bei einigen Open Airs der Umgang mit rechten Bands und Szenen entwickelt, das scheint Einigen einfach scheißegal zu sein, z.B. Wacken und die Onkelz, und auch bei dem größten Vertreter der Dunkelfestivals, wo Neofolk-Bands mit faschistischen Inhalten spielen und auf die Konzertkarten Nazi-Symbole gedruckt werden. Das ist alles sehr bedenklich und nicht in Ordnung, STOP FASCISM!
Am positivsten in Erinnerung sind mir Dangermouse und Abende bspw. mit Miss Zombified, Dennies und Achim von New Days Delay, Luiz aus Portugal, die Spanien-Touren und die Leute, die das ähnlich erleben, wie wir und das gut finden, bspw. habe ich mich morgens um 6 mit dem UK Decay Bassisten beim Drop Dead Festival unterhalten, und wir waren beide einer Meinung, wie genial diese Momente mit so guter Musik und wunderbar schrägen Leuten sind, aber alles superfriedlich abläuft, so soll es sein...!
Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Ja, ebenfalls danke für die Plattform, die das Dark-Feather hier stellt, macht weiter so!
An dieser Stelle Stelle sei erwähnt, dass Ghosts Of Dawn dringend einen neuen DRUMMER suchen, der auch Lust hat Konzerte in Deutschland und Südeuropa zu spielen, bspw. hat die Band ein Angebot Portugal komplett zu touren. Der Drummer, der sich bewirbt, sollte möglichst aus Vechta, Bremen, Osnabrück, Hamburg, Bad Segeberg, Lübeck oder Münster kommen, bei diesen Städten agieren sie regelmäßig und haben Kontakt, können vor Ort proben. (Anm. d. Red.)
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| visit: www.myspace.com/ghostsofdawnmusic |
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