Inzane

Technisch versierten Death Metal präsentieren uns INZANE aus Rheinland-Pfalz. Mit dem vermeintlcih stärkstem Line Up ihrer History warten sie augenblicklich nach bereits 2 Demos mit einer 4-Track-Promo auf (welche in den Gates Of Dawn Studios produziert wurde) um das warten auf die für das kommende Jahr in Planung stehende Scheibe zu verkürzen. Und jene hat es musikalisch gewaltig in sich und wird von den Jungs auch zum Free download angeboten. Obendrein erwies sich Frontmann Andre als ein äusserst interessanter und unterhaltsamer Gesprächspartner. Here we go...
 
Dark Feather Ausgabe 7

Hallo Andre, herzlich willkommen beim Dark Feather! Stelle doch bitte einmal die Band kurz vor, wer und was  sind Inzane?

Inzane sind eine fünf Mann starke Death-Metal-Combo aus der tiefsten Eifel(grins), welche aus Phillip Aßmann und Julian Engels an den Gitarren, Ilja Berens am Bass, Sebastian Mai an den Kesseln und meiner Wenigkeit am Mikro besteht.

Inzane 1

Ihr habt Euch vor ca. sieben Jahren gegründet, wie verlief Euer Weg bisher?

Au weia...mal die ganze Story revue passieren lassen....anfangs war das Ganze eher ein Spaß. Wir waren mehr oder weniger ne Schülerband die grad nix besseres zu tun hatte als bisschen rumzuklimpern. Eigentlich gings uns nur darum mit 5 Freunden was zu unternehmen und zu feiern. Es war aber auch nicht immer einfach weil uns mit 15, 16 Jahren ja auch keiner für voll genommen hat, mal ganz davon abgesehen dass wir grottenschlecht waren(lach). Außerdem gabs noch 2 Wechsel im Line –Up, die echt schwer zu verdauen waren, weil’s beides sehr gute Freunde waren die nicht mehr dabei sein konnten.

Aber wir haben uns nie von unserem Weg abbringen lassen egal welche Rückschläge kamen. Ich glaub das ist eine unserer größten Stärken. Die meisten anderen Bands hätten total desillusioniert die Flinte ins Korn geschmissen. Aber unser erstes wirklich ernsthaftes Lebenszeichen war dann die Blood Red Death Machinery EP. Ich finde schon, dass die Platte der Wendepunkt war. Die Leute hatten wenigstens mal was in der Hand und haben gemerkt dass da doch mehr dahinter steckt, als die meisten zu Anfang von uns erwartet hätten

Eure Musik bedient sich im Groben dem Death-Metal und Grind Core Genre ohne allerdings sich selbst in irgendeinen festen Rahmen pressen zu lassen. Was sind Eure Vorbilder, wo liegen Eure individuellen Einflüsse?

Also direkte Vorbilder haben wir glaub ich noch nicht einmal. Natürlich werden wir von den Bands beeinflusst die jeder einzelne von uns hört und daraus entsteht halt unser Sound. Gut, dass unsere 2 Hauptsongwriter überwiegend technischen Death-Metal hören kann man wohl nicht verleugnen.(lach) Aber wir hören auch verdammt viel anderen Kram. Die meisten Leute die mit dieser Art von Musik nichts zu tun haben, denken wahrscheinlich wir würden den ganzen Tag im dunklen Zimmer sitzen und uns den ganzen Tag den übelsten Lärm geben. Aber das ist halt nun mal nicht der Fall. Eigentlich sind wir sogar ziemlich offen für vieles. Außer True Metal....sorry Leute aber da hörts bei mir auf(lach) Aber mal um nen kleinen Überblick zu geben: Philipp hört wirklich fast nur Death-Metal. Der Mai genauso, außer dass er total auf abgefahrene Drum n Bass Schlagzeugkram steht. Ilja hört ziemlich unterschiedliches Zeug. Seine Bandbreite schwankt so zwischen Sikfuk und Portishead. Aber in letzter Zeit überwiegend Doom und Progressive. Engels ist inzwischen total dem PostRock verfallen und bei mir gibt’s irgendwie nur Extreme. Auf der einen Seite stehn da Sachen wie Sigur Ros, Olafur Arnalds, Isis oder alte chillige Sachen wie Pink Floyd oder Jefferson Airplane. Auf der anderen Seite gibt’s halt Death Grind Porno Geknüppel ins Gesicht ;-)

Wie Ihr selbst sagt, habt Ihr Anfangs noch viel experimentiert und Euer Sound hat sich stetig verändert. Augenblicklich scheint Ihr Euer bisher stärkstes Line-Up zu haben. Was sind denn die größten Veränderung bei Inzane Anno 2009 im Verhältnis zu Eurem ersten Demo „Words Of A Tortured Soul“?

Oh Gott...der Hauptunterschied ist auf jeden Fall mal dass wir heutzutage wissen was wir tun, hahaha. Als wir damals Words Of A Tortured Soul. aufgenommen haben, waren wir alle minderjährig, waren noch nie in unserem Leben in einem Studio, hatten keine Ahnung wie wir klingen wollten und waren dazu alle knallvoll(lach). Unsere Arbeitsmoral kann man inzwischen wirklich Arbeitsmoral nennen. Natürlich haben wir immer noch verdammt viel Fun dabei, sonst würden wir keine Musik mehr machen aber ne gesunde Portion Ernsthaftigkeit gehört beim Songwriting, Live-Shows und vor allem im Studio dazu, dass auch was Vernünftiges bei rumkommt. Dazu kommt natürlich dass wir über die Jahre einfach bessere Songwriter und Musiker geworden sind, was man der ganzen Sache auch anhört. Außerdem haben wir inzwischen unsern Stil gefunden. Das kam auch erst beim Schreiben der Blood Red Death Machinery - Songs und wurde bei der letzten Promo noch mal ne Nummer konkreter.
 
Apropos..Demos, Ihr hattet bereits schon zwei E.P.’s am Start. Wie verhält es sich mit Eurer aktuellen Promo? Denkt Ihr darüber nach, jenes auch mal „ganz offiziell“ zu veröffentlichen?

Nein, die Promo Songs wurden einfach nur aufgenommen um den Leuten neues Material zu präsentieren weil unsere letzte EP auch schon 2 Jahre alt ist und die neuen Stücke sich doch qualitativ stark davon unterscheiden. Aber 2 der Songs werden mit Sicherheit auf der nächsten „offiziellen“ Platte erscheinen die wir für Frühjahr 2010 geplant haben.

Wie verliefen denn die Aufnahmen im in der Szene nicht mehr unbekannten Gates Of Dawn Studio? Was hat Euch im Endeffekt veranlasst, dort aufzunehmen?

Die Aufnahmen verliefen, wie auch die Aufnahmen zu den beiden EP´s, sehr entspannt. Janosch, den Studio Chef, haben wir durch seine damalige Band Lucifuge kennen gelernt. Er begleitet uns schon von Anfang an und ist ein guter Freund geworden. Außerdem ist er inzwischen bei uns als Live-Engineer tätig. Daher die Entscheidung bei ihm aufzunehmen. Mal ganz davon abgesehen, dass unser Budget doch recht begrenzt ist und es sich vom Anfahrtsweg, wie auch vom Preis-Leistungs-Verhältnis einfach angeboten hat. Aber ganz nebenbei: Checkt mal seine neue Band Cult of Fey aus. Die hatten doch auch schon ein Interview mit euch oder? =)

Korrekt! :-) (siehe Ausgabe 3) ..und was wünscht Inzane sich für die weitere Zukunft?

Also für mich persönlich sind die Live Shows noch wichtiger als Aufnahmen. Bei dem Überangebot an Bands heutzutage und Studiorumgepfusche kannst du wirklich nur noch Live hören ob eine Band wirklich gut ist oder nicht. Ich stehe auch persönlich viel lieber auf der Bühne als im Studio zu sitzen. Die Energie die Live rüberkommt lässt sich nicht mit Konservenkost vergleichen. Heutzutage kannst du auch nur noch als gute Live Band wirklich was erreichen bzw. dir einen Namen machen und dir Respekt in der Szene verschaffen. Scheinbar scheint das auch funktioniert zu haben.  Wir spielen demnächst einige Gigs mit namhaften Bands wie bspw. Mumakil, Deadborn, Fleshcrawl oder Graveworm. Von mir aus kanns noch mehr werden aber so bin ich auch schon ganz glücklich mit der Sache.

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie siehst Du die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und artverwandten Szene(n)?

An sich denke ich stehts um die Metalszene gar nicht so schlecht. Metal ist riesengroß wird nur von den Massenmedien trotzigerweise komplett ignoriert. Es kommen ständig neue Bands ans Tageslicht und es werden neue Subgenres geschaffen. Auch szenenübergreifend.

Wir werden immer mehr. Allerdings wird es auch immer schwieriger für junge Bands aus ihrer Garage rauszukommen und Gigs zu spielen. Vor allem in Provinzen wie bei uns in der Eifel. Um eine lebendige Szene zu erleben, musst du schon in die großen Städte. Das ist verdammt schade weil viele vielversprechende Bands, die besser sind als manche etablierte Combo einfach nicht gehört werden. Was mich an unserer Szene allerdings auch ziemlich ankotzt ist die Engstirnigkeit der meisten Leute. „Du scheiß Black Metaller!!! Lauf doch mit deiner Keule durch nen Wald!!“ „ Du scheiß Hardcore-Vogel, geh Blümchen fressen!!“ und so weiter und so weiter....jeder macht jeden irgendwo runter, statt den andern einfach sein Ding durchziehn zu lassen....aber so isses halt überall. So sind die Menschen.

Inzane 2

Welche Vor- und/oder Nachteile siehst Du in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Der Riesenvorteil ist einfach, wie eben schon angeschnitten, dass junge Bands sich präsentieren können die sonst einfach keine Möglichkeit dazu haben.  Du kannst für deine Songs, Shows etc. Werbung machen, dich mit Veranstaltern, Bookingagenturen  und anderen Bands in Verbindung setzen usw. Auf der anderen Seite wirst du so mit Bands und was alles so dazu gehört zugeballert dass du überhaupt keinen Überblick mehr hast und die meisten Sachen einfach untergehen. Und irgendwann hast du auch einfach kein Bock mehr drauf dir die nächste Band XY die genauso klingt wie Band XX anzuhören. 

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Oha jetzt geht’s los =D Also das Positivste an der Sache ist einfach rumzukommen und überall wo man hinkommt einfach neue Leute kennen zulernen.  Wie viele Leute, die ich heute meine Freunde nenne hab ich allein durch Konzerte kennen gelernt....auf jeden Fall nen ganzen Batzen. Was auf jeden Fall mit ein Highlight für mich war, war als wir das erste Mal in der Underground Factory in Nistertal gespielt haben. Ein Bekannter und ich hatten uns grad beide frisch von unsern Mädels getrennt und waren uns Freitags bis in die frühen Morgenstunden böse betrinken.(lach) Auf jeden Fall hatten wir dann so um 10 ein deftiges Frühstück mit na Riesenflasche Feigling, so weit so gut....also waren wir um 11 schon wieder voll und da bekomm ich dann nen Anruf vom Tom(an dieser Stelle dann noch nen schönen Gruß an die Säcke von Grind!Nation) dem eine Band abgesprungen war und der mich dann fragte ob wir denn einspringen könnten. Meine Antwort: „Wenn mich jemand fährt spielen wir!!“
Und wir haben gespielt, der Abend hat nen Riesenspaß gemacht und wir haben noch dazu neue Freunde gefunden.
Das Negativ-Highlight war definitiv, als wir mal auf na Fastnachtsveranstaltung gespielt haben. Der Veranstalter meinte, ein bisschen Kontrast im Programm zu haben wäre doch gar nicht so schlecht. Also quasi wusste der Mann und die ganze Fastnachtsgesellschaft keinen Meter, worauf sie sich da einlassen. Wir haben also gespielt und ich hab mich gefühlt wie in nem Zoo...das war der absolute Knaller. Nach 3 Liedern duften wir dann leider wieder gehen und eine der fassungslosen Zuschauer fragte mich noch ob wir alle Satanisten wären..hat sich auf jeden Fall mal wieder gelohnt!!!
Und was die schrägen Sachen angeht: Da könnte ich wahrscheinlich stundenlang von erzählen, aber das würde den Rahmen bissl sprengen. Wir haben beispielsweise mal nen Proberaum gesucht und haben hier in der Gegend alles abgeklappert und rumgefragt. Ohne nennenswerten Erfolg. Da bin ich dann einfach mal alle möglichen Bauernhöfe abgefahren und hab mich so durchgefragt, bis wir dann bei jemandem gelandet sind der uns netterweise in seiner Garage proben ließ weil ihm unser (haltet euch fest) „orientalischer Touch“ gefallen hat. Hahaha!!!! Also haben wir vorerst mal in seiner Garage geprobt. Was wir natürlich nicht wussten war, dass die Mutter von ihm auch dort wohnte und an Alzheimer erkrankt war. Die Frau konnte sich jedes Mal nicht mehr an uns erinnern und guckte alle paar Wochen mal in die Garage um rauszufinden warum da so ein Lärm aus ihrer Garage kam…Wahnsinn!!!

Vielen Dank für das Interview! Das letzte Wort gehört dem Künstler:

Erstmal Danke für euer Interesse und ein fettes Merci an alle Leute die unsern Sauhaufen unterstützen und uns in irgendeiner Weise unterstützt haben!!! Und an die Leute da draußen: Immer schön den Underground supporten!!! Kauft euch Merch und besucht Konzerte!!! Ohne euch geht’s nicht Leute!!! Haut rein, hoffentlich trifft man sich auf einer unserer Shows!!!

 

visit: www.myspace.com/inzanemetal

 

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