Im Gegensatz zu Sco.T.R.P geht wie Du schon sagtest Scherbenfrequenz deutlich mehr in die melancholische Ecke und weißt mit Frau Tucholsky auch eine Gesangsstimme auf. Wie kam es zur Zusammenarbeit?
Eigentlich war es ein reiner Zufall, denn Frau Tucholsky und ich lernten uns in einem Internetportal kennen, wo es weiß Gott oder sonst wer nicht um Musik geht. Doch wir haben schnell herausgefunden das wir beide auch Musik machen, und da sie Sängerin einer Hamburger Band ist, und mein Management auch aus der Ecke stammt, hat man sich dann einfach mal getroffen und einfach mal angetestet, wie und ob man zusammen arbeiten könnte...eines der ersten Ergebnisse ist ja nun auf eurem neuen Sampler zu hören. :)
Ist Scherbenfrequenz ein musikalischer Ausgleich zu Deinem bisherigen Schaffen, oder könntest Du auch das eine ohne das andere bestehen lassen?
Es ist eine Art Ausgleich, definitiv. ScoT.R.P ist eher die Seite von mir, wo ich meinen persönlichen Wahnsinn ausleben kann, jedoch kam es immer wieder mal vor das ich neben den etwas bizarren Sounds auch ruhige, melodischmelancholische Instrumentale veröffentlichte, die nicht wirklich in das Konzept von ScoT.R.P passten, und zudem ohne Gesang nicht die volle Wirkung erzielten, doch das wird in Zukunft unter Scherbenfrequenz durchgesetzt, und glaub mir, ich habe lange Zeit gesucht bis ich eine Sängerin fand, die meinen Ansprüchen gerecht wurde, denn Frau Tucholsky kann nicht nur singen, nein, sie kann sogar Texten. Der Text zu Gleis 10 stammt aus ihrer Feder, und ich habe dann mein Original von Gleis 10 passend in Form gebracht um zu versuchen, dem gerecht zu werden.
Wo wirst Du denn eigentlich die Prioritäten in Zukunft setzen wollen, oder machst Du Dir darüber im Moment noch keine Gedanken?
Doch, ich mache mir ständig Gedanken über diese Thematik! ScoT.R.P wird immer mein Hauptprojekt bleiben, da es ein Soloprojekt ist, und die Performance auf der Bühne mir einfach einen heiden Spaß macht, Scherbenfrequenz hingegen ist pures Herzblut, doch das Projekt ist noch sehr jung, es existiert erst seit September 09 (ScoT.R.P seid Januar 95), und es muss sich vieles erst einspielen. Ich kann leider nicht in die Zukunft sehen, doch wenn es nach mir ginge, dann werden beide Projekte noch sehr alt.
Ihr beabsichtigt bereits in Kürze schon ein ganzes Album fertig zu stellen. Inwieweit ist dies schon spruchreif und könnt Ihr schon verraten, was den Fans und Hörern erwarten wird?
Will man etwas qualitativ Hochwertiges mit Gefühl erschaffen dann darf man sich selbst nicht unter Druck setzen, denn sonst kommt nur Mist dabei heraus!!!! Wir arbeiten bereits an weiteren Songs, doch wir lassen uns für unser erstes Album erst mal viel Zeit, denn wir wollen die Ohren der Menschen erfreuen, und nicht vergraulen! *ggg* Eine Coverversion mit neuem Liedtext von „American Grace“ z.B. ist in Bearbeitung, ebenso wollen wir uns auch an Themen heranwagen, die viel mit Schmerz und Trauer zu tun haben. Doch gerade bei solchen Themen ist es manchmal schwer, die Balance zwischen Anklage und Schnulze zu behalten. Hinzu kommt auch das wir beide jeder ein Privatleben haben, Frau Tucholsky ist grad noch schwer mit ihrem Umzug beschäftigt und jeder kennt das bestimmt, bis das erst mal alles wieder funktioniert wie Telefon und Internet, das kann dauern und Nerven kosten! |
Dem gibt es nichts entgegenzusetzen… - und wie sieht es mit Liveaktivitäten aus, ist da was in Planung?
Ja und nein!^^ Wir haben noch nicht genug Material für eine eigene Bühnenshow, aber da ich persönlich die Abwechslung und kleine Überraschungen in meiner ScoT.R.P-Show liebe sind unangekündigte Auftritte von Scherbenfrequenz während meiner Tour 2010 nicht ausgeschlossen! ;)
Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Das Leben ist ein Geschenk, man hat nur eines, und man kann sich oft die Zutaten selbst zusammen mischen. Ich will hier einfach mal einen Menschen, der mir viel bedeutet, etwas sagen: Es ist normal, Angst zu haben! Es ist normal, sich mal schwach zu fühlen, und es ist normal, dass vor dem Ziel erst immer viele Hindernisse stehen und auch Misserfolge erst vor dem Erfolg kommen. Doch wer es erst gar nicht versucht ans Ziel zu gelangen, hat erst recht keine Chance zu gewinnen. |