Fragile Child

Von Electro bis gitarrenlastigen Gothic füllt sich das interessante musikalische Menue der Musiker um FRAGILE CHILD, welche im letzten Jahr ihr Debüt "Feuertaufe" aus eben jener hoben. Und jenes Album hat es verdammt in sich! Im Allgemeinen konnten die Franken in ihrem noch relativ jungen Bandbestehen schon für einige Furore sorgen und waren neben ihrem Beitrag auf der aktuellen Dark Feather Compilation schon auf so einigen Sampler vertreten. Eines steht fest, den Namen Fragile Child sollte man sich auf jeden Fall für jetzt und für die Zukunft auf seine Merkliste setzen!
 
Dark Feather Ausgabe 8

CD Symbol

Hallo Fragile Child, auch Euch ein herzliches willkommen beim Dark Feather! Für die, die Euch noch nicht kennen: Wer und was verbirgt sich hinter Fragile Child?

Dennis, ist der Bandgründer und ist für die Elektronik und Lyrics, sowie Gesang zuständig. Mex, unser Gitarrist für die Growlvocals und Bine für Gesang und ebenfalls für die Lyrics verantwortlich.

 

fragile Child 1

Ihr habt im letzten Jahr Euer Debüt „Feuertaufe“ veröffentlicht, welches interessante Gothic-Elemente zwischen Elektro und Rock beinhaltet. Wie waren die Reaktionen bisher darauf?

Bine: Die Reaktionen darauf waren sehr unterschiedlich. Unser Publikum war von unserer Vielfalt begeistert.

Dennis: Durch unsere Symbiose aus Elektronik und Gitarre spalten wir das Publikum, was für uns vorteilhaft ist, weil wir verschiedene Sparten abdecken.

Mex: sehr positiv. Die Mischung zwischen Gitarre und Elektronik kommt sehr gut an.

Eure Lyrics werden auf „Feuertaufe“ in Englisch als auch in Deutsch (Seelenflug, Sehnsucht) vorgetragen. Wer zeichnet denn bei Euch in erster Linie für das Songwriting verantwortlich.

Bine: Dennis und ich schrieben die Texte zu unserem Album. Wir ergänzen uns darin sehr gut. Ich schreibe am liebsten auf Deutsch.

Dennis: Ich für meinen Teil versuche textlich einiges abzudecken, dabei setzte ich mir persönlich keine Grenzen! Ob der Text auf Deutsch oder englisch ist,  ist eine spontane Entscheidung.

Und was für Einflüsse halten als Inspirationen für das Songwriting von FragileChild her?

Mex: Das ist ziemlich unterschiedlich, da wir drei aus unterschiedlichen Musikrichtungen kommen und jeder seine Einflüsse mit einbringt. Ich komme mehr aus dem progressiven Rock-Metal-Bereich.

Dennis: Sehr unterschiedlich, beim Programmieren der Songs fließen sehr viele Gothicelemente ein. Beim Textschreiben verarbeite ich persönliche Erlebnisse.

Bine: Ich lasse mich auch von meinen Erlebnissen beeinflussen, z. B. bei dem Titel „end of love“ habe ich eine missglückte Beziehung verarbeitet.

 

Gegründet habt Ihr Euch im Jahre 2005. So richtig los ging es 2007. Diente die Zeit davor der Orientierung und musikalischen Selbstfindung?

Dennis: Angefangen hat es ursprünglich als Soloprojekt, da aber schon von Anfang an der Wunsch nach Gitarrenriffs und weiblichen Gesang bestand, habe ich nach einer passenden Konstellation gesucht. Die Zeit diente definitiv als Orientierung und Selbstfindung, da sich der Sound bis heute komplett verändert hat. Mex kam im September 2008, Bine im Mai 2009 und prägen seither den Sound von Fragile Child mit.

Ihr ward ja schon auf so einigen Sampler-Compilations vertreten und konntet auch schon hohe Plazierungen in mp3 Charts verzeichnen, habt Ihr quasi von Anfang an Vollgas gegeben oder war da oft auch der Zufall im Spiel?

Mex: So richtig mit den Samplerbeiträgen angefangen haben wir erst als die Band vollständig war und die ersten Songs im Kasten waren, die gut genug für eine Veröffentlichung waren.

Dennis: Wir haben auf unterschiedlichen Downloadportalen Songs hochgeladen um zu schauen, wie unsere Musik bei den Zuhörern ankommt.

Auch habt Ihr mittlerweile einen ersten Vertrieb gefunden. Wie sollte es am besten nach Euren Wünschen weitergehen. Habt Ihr Labelkontakte oder wollt Ihr das lieber in Eurer Hand behalten?

Bine: Es soll sich weiterhin so gut entwickeln.  Ein Label ist mir jetzt nicht wichtig. Im Vordergrund steht für mich die Musik.

Mex: Das mit dem Vertrieb ist der Anfang. Wir werden auf alle Fälle weiterhin nach einem Label suchen, das uns unterstützt und unsere Musik mehreren Leuten zugänglich macht.

Dennis: Ich sehe das grundlegend wie Mex, nicht nur weil unsere Musik einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird, sondern auch, weil von uns nicht mehr so ein großes Eigenkapital einfließt.

Für dieses Frühjahr kündigt Ihr bereits eine E.P. als Nachfolger namens „Suicide Moments“ an, könnt Ihr hierzu schon mehr verraten?

Mex: Die EP ist bis auf den Gesang fertig produziert. Diesmal sind die Songs sehr ruhig und nachdenklich gehalten, aber es gibt auch zwei rockige Nummern. Unser Sound ist mittlerweile ausgereifter und wir haben uns eingepegelt.

Fragile Child 2

Bine: Mex hat das Meiste schon genannt. Ich kann noch dazu sagen, dass es bereits einen Songtext gibt, ein weiterer ist bereits in Arbeit. 

Dennis: Die EP wird definitiv eine Überraschung und fällt komplett anders aus als die Funeral CD vom Album "Feuertaufe", um genauer zusagen macht diese dort weiter wo diese aufgehört hat, nur ausgereifter. Wir haben uns definitiv weiterentwickelt.

Und was sind Eure allgemeinen musikalischen Ziele und Wünsche für die fernere Zukunft?

Bine: An erster Stelle steht für mich weiterhin Spaß an der   Musik zu haben. Mein größtes Ziel ist es momentan vor einem richtig großen Publikum aufzutreten und unser Album auch mal in den Plattenläden in den Händen zu halten. Ich wäre aber auch nicht davon abgeneigt eines Tages von unserer Musik leben zu können.

Dennis: In erster Linie wünsche ich mir, das wir unsere Musik einem großen Publikum präsentieren können. Ich hätte auch nichts dagegen wenn ich/wir von der Musik leben könnten, wobei ich für meinen Teil das Songwriting nicht darauf auslegen werde bzw. mich dafür verstelle oder den Sound ändern werde nur um "Kommerz" zu werden. Ganz wichtig ist mir aber auch der interne Zusammenhalt, die Freundschaft und der Spaß an der Musik sollte nicht verloren gehen.

Mex: Ich wünsche mir für die Zukunft, dass  sich unsere Musik weiterentwickelt um einen höheren Standard zu kommen. Des weiteren ist mir die Live-Umsetzung der Songs sehr wichtig und wir was Einzigartiges vor großem Publikum präsentieren können. Wichtig dabei ist auch ein Label, das uns die Freiheit und Unterstützung gibt, um das alles zu verwirklichen. 

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und artverwandten Szene(n)?

Bine: Schön finde ich, dass die Gothic-Szene mittlerweile populärer wird und sich diese Kultur es jetzt auch wagt sich mit anderen Musikrichtungen zu vereinen.

Mex: Positiv ist das sich mittlerweile die Metal und gothic Szene untereinander vereint haben, dennoch werden Bands in diesem Bereich immer im Underground bleiben, weil es keine Musik für die Masse ist. Darauf ist die Musikrichtung auch nicht ausgelegt.

Dennis: schwierig... auf einer Seite ist es gut, dass immer mehr Acts aus diesen Bereichen mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, andererseits ist es schade, wenn sie sich aus dem Underground herausheben und dafür ihren Sound ändern. Das ist meiner Meinung nach eine Schwäche dieser Kulturen, wenn man sich selbst (musikalisch) nicht treu bleibt.

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Bine: positiv: durch dieses Internetportal kann man schnell bekannt und weltweit gehört werden. Ein weiteres Pro ist, dass dadurch schnell Kontakte geknüpft werden können. Die zu große Auswahl und Oberflächlichkeit, die hin und wieder dadurch entsteht muss ich an Myspace leider bemängeln.

Mex: Die positive Sache daran ist das es eine kostenlose Möglichkeit ist, sich zu repräsentieren. Der Nachteil ist daran, dass man dadurch nicht unbedingt erfolgreich wird.
Um Erfolg zu haben sollte man sich nicht auf solche Plattformen verlassen, sondern Eigeninitiative ergreifen.

Dennis: Vorteilhaft an solchen Portalen ist, dass man sich relativ schnell eine Fangemeinschaft bzw. Freundeskreis aufbauen kann und seine Musik weltweit zugänglich gemacht wird. Dank MySpace hab ich zum Beispiel Mex kennengelernt. Wer jedoch glaubt durch solche Portale erfolgreich zu werden, der hat sich getäuscht.  Nachteil ist definitiv wenn man 6-7 Projekte/Bands hat, dass man sich jedesmal neu einloggen muss ;-) 

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Bine: Schlecht finde ich, dass noch zu viele Personen das Schubladendenken haben. Positiv finde ich beispielsweise durch die selbstgeschriebenen Texte unsere Zuhörer zum Nachdenken. Schräg war für mich Juli 2009 als ich meinen ersten Liveauftritt mit Fragile Child hatte. Den ersten Song sollte ich ganz alleine performen und das auch noch mit der Gitarre. Ich muss noch dazu sagen, dass ich eine volle Anfängerin in Sachen Gitarrespielen bin. Ich habe den Titel mehrmals versucht zu spielen, aber immer wieder habe ich mich vergriffen. Ich lief schon feuerrot an. Dachte mir schon, oh je wo ist das nächste Loch, indem ich mich vor Scham verstecken kann. Aber dank meines comedyähnlichen Auftreten kam diese Showeinlage sehr witzig, anstatt schlecht an.

Dennis: Wenn ich zurückdenke ist der erste Samplerbeitrag auf dem Orkus 9/2007 ein sehr einschneidendes Erlebnis für mich gewesen, sowie das erste Interview im Zillo 9/2009. Das schrägste Erlebnis war das Blutengelkonzert 2008 als mich zwei Blutengelfans angesprochen haben und meinten „hey du bist doch der Dennis von FragileChild“. 

Mex: Positiv und zugleich schrägste Erfahrung, die ich jemals gemacht habe war als ich 2004 mit meiner damaligen Punkband in einer Scheune mitten im Winter gespielt habe. Als ich während dem Gig hinter dem Schlagzeug saß, schneite es auf mich herab. Ein einschneidendes Erlebnis war auch 2002, als ich einen Gig vor 4000 Menschen hatte.

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

... Uns Künstlern ;-): Wir bedanken uns herzlichst bei Dark Feather und bei unseren Fans. Schön unsere MS-Seite besuchen.

Fragile Child CD Cover Fragile Child – „Feuertaufe“ (2009 / Eigenproduktion)

Ein sphärisches Intro läutet die „Feuertaufe“ des gerade in meiner Playlist zum wiederholten Male  rotierenden Debüts des fränkischen Trios um Fragile Child ein. Sphärisch bleibt es subtil das ganze Album hindurch. Allerdings wird das musikalische Menue in ihren Hauptzutaten aus einer gehörigen Portion Electro- und Gitarrensounds zusammengestellt und jenes auch noch zu annähernd gleichen Teilen, wenn auch die Geschmacksstoffe des Electro beim „Konsum“ und Genuss am Ende dominieren. Dennoch, ob diese Vielseitigkeit der Stilmittel nun Berechnung war, um ein möglichst größeres Publikum gleichzeitig anzusprechen, oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnisnahme. Fakt ist, es ihnen mehr als gelungen! Fragile Child präsentieren uns auf „Feuertaufe“ ein sehr ausgewogenes Songwriting, die Arrangement wirken ausgereift und durchdacht. Ihre Vielseitigkiet macht sich aber auch in der Auswahl der Stücke breit. So finden wir hier sowohl Songs mit Tanzflächen-Potential (Death-Wish II, Misery, Sehnsucht), als auch eher nachdenkliche und/oder verträumte Perlen ( What Would I Give, End Of Love, Dead Wing).

Weitere Abwechslung bringen neben den sowohl englisch- als auch deutschsprachigen Lyrics auch die Tatsache, das die Stücke mal mit male vocals von Dennis, mal mit female voices von Bine daherkommen. Alles in allem, ein Album, das für ein Debüt erstaunlich erwachsen klingt ohne jegliche jugendliche Frische zu vermissen. „Feuerteufe“ sollten sich Freunde der Electro-Fraktion, aber eben nicht nur jene schleunigst mal zu Gemüte führen. Daumen hoch!

visit: www.myspace.com/fragilechild

 

 

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