Szene Story:

Das Stoned in Leipzig

Wer das Stoned in Leipzig erstmalig betritt, braucht keinen zweiten Blick um zu erkennen, das er es hier mit einem Alternative Pub besonderer Güte zu tun hat. Und jene zeichnet sich unter anderem durch das gemütliche Flair aus welches sich keineswegs zu der oft und natürlich passenderweise energiegeladenen Mucke verhält. Das Gästebuch ist quasi mit Kreide an den Holztafeln verfaßt, welche sich an den Wänden hinter den Sitzecken und Tischen erheben. "Das Stoned in Leipzig ist wie eine Familie, die ein langerwartetes Mitglied liebevoll empfängt" steht auf einen dieser vom Publikum und Musikern verzierten Flächen geschrieben und passender kann man eigentlich diese Location kaum beschreiben. Wir luden Derek, dem Inhaber dieser netten kleinen Location zum Interview ein und freuen uns, das er uns ein paar Einblicke hinter den Stoned-"Kulissen" gewährte.
 
Dark Feather Ausgabe 8

Hallo Derek! Schön, dass Du Dir für’s Dark Feather Zeit genommen hast! Du bist der Betreiber des alternativen Pub „Stoned“ im Herzen Leipzigs. Wie lange bist Du eigentlich damit schon involviert?

Angefangen hat das Ganze vor 4 ½ Jahren, als ich ab und an dem damaligen Besitzer Frank ausgeholfen habe. Schon damals ist mir die Kneipe sehr ans Herz gewachen und als ich dann Ende 2007 die Chance hatte, das Stoned zu übernehmen, habe ich nicht lang gezögert.

Das Stoned besticht durch eine besondere Atmosphäre. Gäste - egal ob Stammgäste oder zum ersten Mal im Lokal - fühlen sich aufgrund dem lockeren Feeling und freundlichem Personal sofort willkommen. Eine gewisse Geborgenheit bietet sich dem Besucher quasi bereits beim Betreten. Gehört das mit zu Deinem Konzept oder hat es sich im Laufe der Zeit einfach so ergeben?

Sowohl als auch. Mir war von Anfang an wichtig, dass das Stoned eine Kneipe zum Wohlfühlen ist, in der man sich gemütlich bei guter Musik mit Freunden auf ein Bier treffen kann, was sich sicherlich in der Auswahl der Einrichtung und natürlich des Personals widerspiegelt. Ein wichtiger Faktor sind auf jeden Fall auch unsere Stammgäste, die 'Neulinge' immer freundlich aufnehmen und so soll es schon vorgekommen sein, dass so mancher Gast, der nur schnell auf ein Bier vorbeischauen wollte, gar nicht mehr aus dem Stoned wegzudenken ist. So hat sich im Laufe der Zeit eine gewisse 'Wohnzimmeratmosphäre' entwickelt.

Das Stoned in Leipzig 1

Eure Musik deckt viele Sparten der alternativen Musik ab. Von Indie, Rock über Punk bis HardRock und Metal lasst Ihr kaum Wünsche unerfüllt. Habt Ihr Euch da auch irgendwelche Grenzen gesteckt, oder besser gefragt: was würdet Ihr definitiv nicht spielen?

Prinzipiell ist alles möglich, von Jazz über Wave bis hin zu natürlich Punkrock und Metal. Definitiv nicht spielen würden wir  alles, was in irgendeiner Weise rechtes Gedankengut enthält, keine Frage. Auch von  technoiden Klängen halten wir eher Abstand.

 

Besonders interessant…wenn man sich Euer Menü so anschaut, entdeckt man ein Programm, welches jedem Wochentag etwas ganz Spezielles zuordnet. Kannst Du darüber etwas mehr erzählen und wie kam es eigentlich zu dieser Idee?

Wir wollten den Kneipenalltag einfach ein bisschen bunter gestalten. So gibt es montags die Student-Night, für alle mit eher kleinem Geldbeutel. Zu jedem Fassbier und Wein gibt es ein zweites gratis. Dienstags gibt es für 9,99€ eine Bierflatrate und Mittwochs Cocktails und Jägermeister zum extra günstigen Preis. Donnerstags spielen wir Bingo und werden von einer sehr netten älteren Dame aus der Nachbarschaft mit Hausmannskost bekocht. Am Wochenende wechselt unser Programm: Live-Konzerte, Konzerte auf Leinwand oder 'nur' gemütliches Beisammensein. Sonntags schauen wir auf unserer großen Leinwand Tatort.

Selbst auf Live-Musik wird im Stoned nicht verzichtet. Es findet sich doch sage und schreibe auch eine kleine Bühne in dieser Räumlichkeit. Wie oft veranstaltest Du denn Gigs?

Etwa einmal im Monat, die genauen Termine gibt es auf unserer Myspace-Seite!

Apropos Gigs…was waren denn aus Deiner Sicht die Highlights, die jemals die Bühne hier geentert haben?

Definitiv die englische Punkrock-Legende TV Smith, der spontan von Vom Richie (dem Schlagzeuger der Toten Hosen) begleitet wurde. Auch grandiose deutsche Bands wie Return to Peeze aus Halle, Ray Barracks aus Frankfurt und Black Nova aus Bayern gehören zu meinen persönlichen Highlights, sowie Größen der Liedermacherszene wie Rüdiger Bierhorst, Fred Timm und Sven Panne.

Derek, plaudere doch mal aus den Nähkästchen: was waren die besten, die schlechtesten und die verrücktesten Erfahrungen, die Du bisher im Stoned erlebt hast? :-)

Oh je, mit verrückten und guten Erfahrungen könnte ich sicherlich ein Buch füllen :)
Spontane Mini-Konzerte, die kleinste Pogo-Fläche der Welt, unsere Halloween-Party, an der alle Angestellten als Hooters-Girls verkleidet waren und und und... Manche Dinge, kann man einfach nicht in Worte fassen!
Schlechte Erfahrungen gibt es zum Glück sehr, sehr wenige.

Was hast Du langfristig mit dem Stoned noch vor, gibt es da noch gewisse unerfüllte Pläne und Wünsche oder eventuell zukünftige Erweiterungen, indem Du es lenken möchtest?

Das Stoned befindet sich in einem ständigen Entwicklungsprozess, wir haben noch so einige Ideen, die in Zukunft umgesetzt werden sollen. Ein wichiger Punkt sind auf jeden Fall unsere Live-Konzerte, wir wollen jungen und lokalen Bands eine Platform bieten.

Und was wünscht sich Derek Hedges im Allgemeinen für seine weitere Zukunft?

Neben so offensichtlichen Dingen wie Gesundheit wünsche ich mir weiterhin so nette Leute kennen zu lernen, wie in den letzten Jahren! Außerdem hätte ich gern mehr Zeit für Urlaub, Festival- und Konzertbesuche.

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören Dir! :

Hell Yeah!

 

Das Stoned in Leipzig 2

Tom führt immer donnerstags durch den beliebten
"Fuck Poker - We Play Bingo!" - Abend

Fotos: Mihaela Ioja

visit: www.myspace.com/stonedleipzig

 

 

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