Typ 1

TYP 1 waren bereits in der allerersten Ausgabe des Dark Feather zu Gast. Damals ging es um eine allgemeine Bandvorstellung und um ihren derzeit aktuellen Release " Myself - Inside". Vor wenigen Wochen trudelte nun der Nachfolger "Ravendays" in unser Büro ein und jener läßt den Metallern einen weiteren Entwicklungsschritt nach vorne bescheinigen! Über "Ravendays" und was sonst noch bei den Thüringern in den vergangenen anderthalb Jahren abging, plauderte Gitarrist Thomas aus dem Nähkästchen.
 
Dark Feather Ausgabe 8

CD Symbol

Hallo Typ1, erneut ein herzliches Willkommen beim Dark Feather! Wie geht’s Euch im Moment nach dem frisch gebackenen Release von „Ravendays“?

Einen wunderschönen guten Tag und zunächst mal vielen Dank, dass wir hier erneut Gehör finden. Danke der Nachfrage, uns geht es verdammt gut… euch allen hoffentlich auch…
Naja, so frisch gebacken ist das Teil ja gar nicht mehr. Um genau zu sein, wurde „Ravendays“ ja schon Anfang 2009 veröffentlicht. Wir haben es bisher nur noch nicht auf die Reihe gekriegt, euch die Scheibe zuzuschicken…  ;)

Typ1 a

Naja, zum Glück ist alles relativ und letztendlich ist es ja wenigstens bei uns aufm Schreibtisch gelandet! ;-) Ihr ward bereits in unserer allerersten Ausgabe zu Gast, damals ging es um eine allgemeine Bandvorstellung und um die positive Weiterentwicklung von „Ich ist ein anderer“ zu „Myself Inside“.  Mittlerweile habt Ihr nun wie bereits erwähnt mit „Ravendays“ einen weiteren Output am Start. Glückwunsch dazu! Wie verliefen denn die letzten Monate für Euch?

Vielen Dank für die Glückwünsche. Und die möchte ich an dieser Stelle auch einfach mal zurückgeben. Während ihr nämlich in der Zwischenzeit 6 spektakuläre DF-Ausgaben rausgehauen habt, haben wir gepflegt auf der faulen Haut gelegen und einfach mal die ruhige Kugel geschoben. Wir haben im letzten Jahr lediglich einige lustige Shows gespielt und erst Ende 2009 wieder angefangen an neuem Material zu arbeiten. Muss ja auch mal sein…   ;)

Auch wenn es abgedroschen klingen mag, aber ich komm nicht umhin, Euch erneut eine Weiterentwicklung zu bescheinigen…die 6 Songs auf Ravendays sprühen nur so von Energie und gehen sofort in die Gehörgänge. Warum zum Teufel schon wieder eine E.P., traut Ihr Euch ein weiteres Fullength Album nicht zu? Erzählt mir nicht, Ihr könntet das Niveau über die volle Länge nicht halten... ;-)

Nochmals vielen Dank…  ;)  Ach nee, mit Niveau bzw. einer gewissen Qualität der Songs hat das nichts zu tun. Nicht falsch verstehen bitte, ich will damit nicht sagen, dass wir ausschließlich gute Songs schreiben, das wäre etwas vermessen und liegt im Endeffekt ja eh im Auge des Betrachters. Vielmehr schreiben wir schlicht und einfach Songs, die wir zum Zeitpunkt des Schreibens selbst geil finden und scheren uns dabei nicht darum, ob das Material in irgendeine uns zugewiesene Schublade passt, oder ob man es in dieser Form von uns erwartet etc. Wir versuchen einfach das, was wir gerade am tun und machen sind so gut wie möglich zu machen, logisch. Das mag auch verdammt abgedroschen klingen  ;) aber wer uns schon etwas länger kennt weiß, dass wir diesbezüglich im Laufe der Zeit schon einiges (im positiven Sinne) durchgemacht haben. Angefangen haben wir, noch unter einem anderen Namen, als Gothic-Rock Band mit Synthies und Frauengesang und so, die erste Platte unter dem Namen TYP1 ging eher in die Richtung deutschsprachiger Alternative-Crossover und inzwischen sind wir eben recht metallastig unterwegs. Aber was auch immer wir machen bzw. gemacht haben, offensichtlich treffen wir ja damit glücklicherweise doch immer mal den Geschmack des einen oder anderen interessierten Zuhörers…   ;)  
Äh, aber deine Frage bezieht sich ja vielmehr auf die Quantität, verdammt. Wir haben uns in der Vergangenheit was das Songwriting angeht wohl tatsächlich nicht gerade überarbeitet   ;)  Da wir aber doch immer mal wieder ein Lebenszeichen setzen wollen, haben wir die letzten beiden Male einfach das Material aufgenommen, was wir zu diesem Zeitpunkt als aufnahmewürdig empfunden haben und das waren eben jeweils nur 6 Songs… ;)

Auffallend ist auch das Ihr in Puncto Härte noch einmal einen ordentlichen Zahn zugelegt hat. Zufall oder geplant?

Ja, das habe ich inzwischen schon öfter gehört. Also vielmehr, dass wir metallastiger geworden sind. Naja, kann schon sein, dass das eine oder andere Riff auf „Ravendays“ etwas mehr in die Metalecke geht, das war mir beim Schreiben allerdings nicht vordergründig bewusst, was aber nicht heißen soll, dass mir dies in irgendeiner Form unangenehm wäre.  ;)  Vielleicht sollte man diesbezüglich aber auch etwas mehr auf die Produktion schauen. Wir waren zum Mischen dieses mal in einem anderen Studio als bisher. Wir haben „Ravendays“ im Fortefortissimo Studio im oberfränkischen Coburg, quasi fast vor der Haustür, mischen und mastern lassen und können sagen, dass wir mit der Arbeit von André vollkommen zufrieden sind. Die Platte klingt meiner Meinung nach im positiven Sinne verdammt dreckig, roh und vor allem verdammt ehrlich und wirkt daher vielleicht noch etwas heftiger als die auch sehr gut aber etwas glatt polierten Produktionen der beiden Vorgängerplatten.

Nun jetzt haben wir auch die Antwort auf die damalige Frage nach den Lyrics auf dem Tisch. Wie es scheint, bleibt Ihr jetzt definitiv bei den englischen Texten! Oder..?

Wenn man bei TYP1 etwas als „definitiv“ bezeichnen kann, dann ist es die Tatsache, dass nichts definitiv ist…   ;)  Klar wird Roy auch in Zukunft seine Texte primär in Englisch verfassen, aber ob das definitiv der Weisheit letzter Schluss ist, vermag ich an dieser Stelle auch nicht zu beantworten. Experimente jeglicher Art sind nicht ausgeschlossen, man darf also gespannt sein…

Wie sieht es denn mit neuen Labelkontakten aus, habt Ihr nach Euren negativen Erfahrungen aus der fernen Vergangenheit überhaupt noch Interesse diesbezüglich?

Also ehrlich gesagt sind wir so wie es im Moment läuft äußerst zufrieden. Wir machen was wir wollen und wann wir es wollen ohne Verpflichtungen irgendjemandem gegenüber und sehen absolut keinen Grund, daran etwas zu verändern. Insbesondere im Bezug auf CD-Vertrieb etc. sehen wir absolut keine Notwendigkeit auf Veränderung, da wir wohl auch in Zukunft, wie auch schon bei den letzten beiden Platten, unser Material primär online (und, zumindest was die letzten drei Platten betrifft, kostenlos!!!) unters Volk bringen und lediglich eine äußerst übersichtliche Anzahl an physischen Tonträgern pressen lassen, die wir bei unseren Shows verkaufen. Also diesbezüglich sind wir definitiv geheilt. Was jedoch nicht heißen soll, dass wir seriösen Angeboten absolut blind gegenüberstehen. Also falls es irgendwo da draußen tatsächlich ein Label gibt, bei dem die Interessen der Band im Mittelpunkt stehen und das nicht mit dubiosen Knebelverträgen um sich wirft, wären wir natürlich auch gerne zu Gesprächen bereit. Was natürlich auch relativ cool wäre, wäre einfach der Kontakt zu einer seriösen, zuverlässigen Bookingagentur. Ein paar mehr Shows, vielleicht auch mal bei etwas größeren Festivals und so wäre das einzige, was uns noch zu unserem Glück fehlen würde, aber da spreche ich wohl auch 100000 anderen Bands aus der Seele…   ;)

Was kommt jetzt nach den Rabentagen, wie sehen Eure weiteren Pläne aus?

Konkrete Pläne gibt es bei uns eigentlich gar nicht. Wir werden natürlich jetzt erstmal weiterhin neue Songs schreiben und hoffen, dass sich bezüglich unserer Liveaktivitäten noch einiges für das neue Jahr ergibt. Im Moment sieht es leider noch nicht so toll aus, was geplante Shows angeht, aber wir bemühen uns, noch das eine oder andere Highlight für 2010 an Land zu ziehen… schließlich haben wir ja dieses Jahr nen runden Geburtstag, und das wollen wir ja nicht nur im Proberaum feiern…   ;)   Ja, und irgendwann werden wir auch mal wieder was aufnehmen… vielleicht auch mal wieder etwas mehr als 6 Songs.

 

 

Die drei Standardfragen habe ich Euch ja bereits in der ersten Ausgabe gestellt, daher habt Ihr jetzt einfach mal die Möglichkeit loszuwerden, entweder was Euch in den letzten Monaten verrücktes passiert ist und/oder etwas loszuwerden, was Ihr schon immer mal loswerden wolltet!

Typ1 b

Ok, passiert ist uns ja wie bereits erwähnt in letzter Zeit nicht sooo viel spektakuläres, deshalb möchten wir an dieser Stelle den interessierten Leser einfach wieder einmal darauf hinweisen, dass man unsere letzten 3 Platten auf unserer Webseite www.typ1-rockt.de bzw. noch etwas komfortabler unter www.jamendo.com/de/artist/TYP1 kostenlos downloaden kann.
Wir haben in diesem Jahr unser 10 jähriges Bandjubiläum (verdammte Kacke, es wird auch nach mehrmaligem Nachrechnen nicht weniger…), also kommt zu unseren Shows, wir nehmen Glückwünsche und Präsente nämlich am liebsten persönlich entgegen  ;)  und ein Aufruf an alle Veranstalter dieser Welt: Bucht uns!  ;) 
Vielen Dank für euer Interesse, bis irgendwann bei einer Show in eurer Stadt… Cheers…!!!

 

Ich danke Euch für dieses Interview!

Typ 1 CD Cover Typ 1 „Ravendays“ E.P. (2009 / Eigenvertrieb)

Nicht mehr ganz so frisch ist die bei uns kürzlich eingetrudelte E.P. „Ravendays“ der Thüringer Crew von Typ 1, wie wir unschwer aus obenstehenden Interview heraushören können ;-) Das tut jedoch dem Inhalt der CD keinen Abbruch. Nun, was soll man sagen, es gibt Bands von den die Fans sagen, es ist besser stets nur das erste Album zu besitzen, dann gibt es Bands die kontinuierlich ihr Ding ohne nennenswerte Veränderungen durchziehen und dann gibt es Combos die sich mit jedem Output weiterentwickeln. Und zur letzten Kategorie gehört zweifelsohne Typ 1. Und wenn ich „Weiter“entwicklung sage, dann mein ich das auch in jenem Sinne. Hat mich doch ihr Vorgänger „Myself-Inside“ schon auf ganzer Linie überzeugt (siehe Review Typ1 – Ausgabe1), so knallt mir Ravendays mit noch größerer Wucht entgegen. Ihr musikalischer Stil hat sich dieses mal nicht so stark verändert, wie es beispielsweise der Sprung von „Ich ist ein anderer“ zu „Myself-Inside“ noch verdeutlichte, aber er ist noch weiter gereift. Jenen könnte man ganz banal als eine Art Metal-Core bezeichnen, aber dieses wäre wahrlich wie schon erwähnt zu banal. Zu eigenständig ziehen Typ 1 Ihr Ding durch. Es vereinen sich hier Death-Metal, Melodien und Hardcore etc. nicht auf übliche Weise, sondern gehen eher Hand in Hand als Metaltrupp nebeneinander her und kommen somit als geballte Ladung. Nun, zweifellos, das die Produktion  eine nicht unwesentliche Rolle bei der Härte und Durchschlagskraft von „Ravendays“ spielt, dennoch ist eine  weitere Steigerung an den Arrangements der Songs und deren spieltechnische Umsetzung unüberhörbar. An der Spielfreude gab es ja aufgrund des Vorgängers eh kaum noch Raum noch oben. Eine klasse Scheibe, die einzig und allein ihren Wermutstropfen in der Tatsache hat, dass nach gut einundzwanzig Minuten alles schon wieder vorbei ist und man sich doch ein ganzes Album von jenem Dargebrachten wünscht. Aber das liegt in der künstlerischen Freiheit der Musiker und man kann jenes schließlich nicht wirklich als Vorwurf gelten lassen. Wollen wir auch gar nicht… Klasse Teil, das hoffentlich noch auf viele Ohren stößt!!

visit: www.typ1-rockt.de

 

 

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