
Hallo Sven, ich heiße Dich herzlich willkommen beim Dark Feather! Wer oder was steht außer Dir noch hinter Wort-Ton oder ist alles auf Deinem Fundament gebaut?
Hallo Holger, freut mich, dass Du mich zu diesem Interview eingeladen hast. Also musikalisch und textlich bin ich schon allein das Fundament von Wort-Ton. Doch an der Umsetzung, produktionstechnisch haben meine beiden Freunde Matthias und Frank vom Tonstudio BMK-Ost hier in meiner Heimatstadt Wittenberge / Brandenburg, entscheidenden Anteil. Dort kann ich meine Songs komponieren, produzieren, recorden und werde einfach technisch betreut. Ich selbst bin einfach „nur“ jemand, der Musik machen kann und Texte schreibt, aber keinen wirklichen Plan von der Technik, Mixen etc. hat. Von daher gäbe es „Wort-Ton“ ohne das Studio nicht und dafür bin ich den beiden einfach sehr, sehr dankbar |
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Deine Musik hält eine homogene Balance zwischen Lyrik und Musik, Nomen est Omen sozusagen, wie lange widmest Du Dich eigentlich schon der Muse?
Seit ich sieben Jahre alt bin spielt Musik in meinem Leben eine Rolle. Klassischerweise fing es mit Blockflöte an, später nahm ich Klarinetten Unterricht, noch später nebenbei noch Klavierstunden. Ich wollte einst Musik studieren, doch ich bestand leider die Aufnahmeprüfung nicht. Die Messlatte lag sehr hoch zur DDR-Zeit, heute sicher auch noch. Aber gut – wie mein Leben danach verlaufen ist, freut mich dennoch. In dieser Zeit damals, so zwischen 15 und 20 war allerdings noch nicht an eine Verknüpfung zwischen Lyrik und Musik zu denken… |
Deine Texte wirken sowohl verträumt verspielt, als auch angenehm subtil in Metaphern verpackt und haben ein hohes Gewicht auf Deine elektronischen Kompositionen. Siehst Du Wort-Ton eher als lyrische Musik oder als musikalische Lyrik?
Das ist eine wundervolle Frage. Ich würde sagen: sowohl, als auch. Wenn ich etwas einspiele, lasse ich mich zuweilen einfach treiben, ohne zu wissen, wohin die Reise geht. Manchmal ist eben erst die musikalische Grundlage fertig und dann feile ich am Text oder es ist auch vollkommen umgekehrt. Dann habe ich einen Text und nehme mir vor, diesen so zu vertonen, dass Musik und Lyrik eine Einheit bilden, sich gegenseitig bedingen, unterstützen. Es gibt ja in manchen Songs recht lange Instrumentalpassagen, die sind dafür da, dass die Worte nachwirken sollen, durch die Musik unterstützt.
Gedichte schreiben gehört ebenfalls zu Deinem Lauf des Lebens. Was war eigentlich zuerst da, das Schreiben oder das Musizieren?
Vom Lebenslauf her war, wie schon erwähnt, die Musik zuerst da. Wenn ich jetzt in „Wort-Ton“-Kategorien denke, war allerdings das Schreiben zuerst da. Wobei auch hier sich beides bedingt. Klar brauchte ich meine musikalische Ausbildung, um das zu machen, was ich heute mache. Mit etwa Anfang / Mitte 20 entdeckte ich dann die Lyrik für mich und das Schreiben. So habe ich für Wort-Ton einen Fundus an Texten, die teilweise aber überarbeitet werden und trotzdem schon da sind. Es entstehen aber auch vollkommen neue Texte zu den Songs.
Und nun kündigst Du für das kommende Frühjahr Dein Debüt-Album an, kannst Du dazu schon etwas mehr verraten?
Da muss ich leider sagen, dass es wohl erst zum Ende des ersten Halbjahres etwas wird. Denn ich möchte mich gern an einem Musik-Wettbewerb beteiligen. Dort dürfen allerdings nur unveröffentlichte Songs eingereicht werden. Und zwar drei Stück. Diese drei Songs möchte ich aber auch gern mit aufs Album bringen, so dass ich erst einmal abwarten muss, wie weit ich bei diesem Wettbewerb komme. Heißen wird das Debüt-Album übrigens: „Hinter dem Verlorenen“. Es wird etwa 14-15 Songs umfassen, fünf bekannte, die jetzt schon auf myspace im Player sind und eben 9-10 vollkommen neue Stücke. Da ich ja kein Label habe, bisher jedenfalls nicht (schmunzelt), mache ich das in einer Kleinstauflage von 50 realen Silberlingen in Eigenregie. Die allermeisten Freunde und Fans meiner Musik stehen nicht auf Download-Shops im Internet, sie wollen einen physikalischen Tonträger im Regal stehen haben. Und weißt du was Holger? Das würde mir genauso gehen.
Wie setzt Du Wort-Ton eigentlich Live um?
Nun hatte ich auf einem Privatkonzert am Silvesterabend meine Feuertaufe live. Ich lernte via myspace einen tollen Musiker kennen. Michael, auf myspace heißt er „Synthlabor“. Er macht so chillige, ruhige Instrumental Musik in Richtung Schiller. Und genau dieser Micha hat beim ersten Live-Auftritt auch die Live-Synths gespielt. Ja und klar: ein Paar Spuren, wie die Drums, der Bass und so kommen bei Elektronik-Sachen dann eben schon aus dem Sequenzer. Doch unabhängig von der musikalischen Umsetzung wirkte das Konzert auch durch das Licht, den Nebel. Ich denke Wort-Ton wird live eher ein „dezent-Mitbewegen-aber-hauptsächlich-zuhören-und-sich-berühren-lassen“- Konzert, als ein Abtanz-Event. Klar, ich habe auch ein paar Songs, die einfach vorangehen und zum Tanzen und „Feiern“ animieren. Doch ich mag in erster Linie ein Erlebens-Erfahren-Event sein. Durch Licht, durch vielleicht auch eine Bild-Animation etc. Doch das ist noch Zukunftsmusik für eine Reise, an deren absolutem Anfang ich gerade erst stehe.
Du hast bereits in der Vergangenheit in mehreren Bands gespielt. Welche Aufgaben hast Du dort übernommen?
Ich habe die Tasten gespielt. Oh mein Gott, das war aber in Jugendjahren auch ne tolle Zeit. Die erste Lehrlingsband in der Berufsschule bestand aus nem Gitarristen, nem Drummer und mir als Keyboarder. Kein Bass. Ging Trotzdem. |
Was war für Dich der entscheidende Moment mit Wort-Ton Deine eigene Ideen umzusetzen?
Das war einfach eine ruhige Zeit im Studio meiner Freunde, denen ich in meiner Freizeit als Studiomusiker half für andere Projekte und der Mut sie zu fragen, ob ich nicht auch mal diese Idee, also meine eigenen Gedichte zu dieser Art Musik zu sprechen, umsetzen kann. So nahm es ab dem 13.08., als ich dort „Mondmeer“ einspielte, seinen Lauf.
Sven, was wünscht Du Dir für Deine musikalische Zukunft, wo soll Wort-Ton in den nächsten zwei/drei Jahren stehen?
Ich würde mich sehr freuen wenn Wort-Ton in zwei, drei Jahren regelmäßig auf Bühnen steht und vor Menschen spielt, die sich von der der Musik & Lyrik berühren lassen wollen.
Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:Wie siehst Du die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic-, und artverwandten Szenen?
Ich glaube und erlebe es selbst: Fleiß gehört auf jeden Fall dazu. Das ist in jeder Szene so, denke ich. Allerdings bin ich als Newcomer wohl eher der falsche Ansprechpartner, um groß über Entwicklungen zu urteilen, da ich ja grad selbst mitten drin bin – in der Entwicklung.
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Welche Vor- und/oder Nachteile siehst Du in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
Mein Lieblingsthema, da ich ja bisher nur über myspace „bekannt“ bin. Also die Vorteile sind für mich eindeutig: als unbekannter Act ist es eine tolle Plattform auf sich aufmerksam zu machen. Doch wie schon gesagt, Fleiß gehört dazu. Ich denke, die vielen Profilaufrufe in so kurzer Zeit kommen nicht ohne Grund zustande. Klar lade ich Leute ein, schreibe Kommis, antworte auf Nachrichten. Ich erlebe so viele Bands, die 3 mal in der Woche denselben Status schreiben, das hat meiner Meinung nach mit intensiver Fanbetreuung nichts zu tun. Oder ich erlebe folgendes: Ich erhalte eine Freundesanfrage von einer Band, höre sie mir an, mag die Musik, nehme an und schreibe einen Kommentar, der ihre Musik zum Inhalt hat. Ich selbst kriege dann ein „thx fort he add“ mit nem bildchen. das wars dann. Das gefällt mir nicht wirklich. Es heißt nicht umsonst: social netWORK – also A R B E I T. Das ist meines Erachtens nicht im Vorbeigehen getan. Aber einen absoluten Vorteil sehe ich noch. Nämlich, dass sich aus virtuell beginnenden Freudschaften, wirklich reale Entwickeln. Das finde ich sehr spannend.
Was waren bei Dir die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Also die positivste Erfahrung war meine Live-Feuertaufe. Das hat richtig Spaß gemacht. Es waren zwar „nur“ 35 Leute, aber es haben schon heute große Acts vor weniger Leute ihr erstes Konzert gegeben. Die Stimmung war super. Am Ende habe sie mitgeklatscht und getanzt. Das kickt schon. Ich würde das gern öfter machen. Schrägste Erfahrung: fällt mir momentan nichts ein – hatte ich noch nicht. Schlechteste Erfahrung – naja, siehe myspace. Manchmal erhalte ich dort kuriose Nachrichten von so Besserwissern, was ich falsch mache oder was ich besser machen müsste. Ich meine, gegen konstruktive Kritik habe ich nichts – doch manches kommt dann so von „oben herab“, so gönnerhaft etc. – damit komme ich nicht wirklich klar und das brauche ich nicht. Kam aber wie gesagt, sehr selten vor. Vielleicht könnte ich dir in zwei-drei Jahren viel mehr dazu erzählen, wenn du magst…
Gerne!... ;-) Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Einer meiner Lieblingssprüche: „Wir haben die Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit aufgegeben“…Von daher: Heute lebe ich und das Heute kann ich gestalten und das Morgen und aus dem „Gestern“ im besten Fall lernen…warum ich das sage? Weil es ein intensiver Erfahrungs- und Lern-Prozess in meinem Leben war, der mir sehr geholfen hat und für den ich dankbar bin. Und außerdem bin ich sehr dankbar allen Freunden, Fans, Wegbegleitern und Unterstützern des Projektes Wort-Ton. Und dir für dieses Interview ;)
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visit: www.myspace.com/wortton
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