Arctic Winter

Seit gut zwei Jahrzehnten sind ARCTIC WINTER schon im Underground unterwegs, wenn auch mit Unterbrechung. Umsomehr lassen die Songs ihrer 3-Track Demo "How To Use An Open Fire" aufhorchen, welches das Ergebnis der Auferstehung von Arctic Winter ist und im vergangenem Jahr das Licht der Welt erblickte.. Die Saarländer präsentieren uns auf jenem einen gelungenen Metalmix der alten Schule, welcher vor allem, wenn auch nicht ausschließlich, eben jene Oldschool-Fans zum Aufhorchen bringen sollte.

 
Dark Feather Ausgabe 9

CD Symbol

Hallo Arctic Winter, willkommen beim Dark Feather! Stellt doch zu Beginn bitte einmal kurz Eure
aktuelle Besetzung vor, wer bedient bei Euch was?

Hallo Dark Feather. Wir sind: Mic Smith an den Vocals; Upeh Winter am Bass; John Dee - Guitars; Siggi an den Drums und Iron Maddin - Guitars.

Eure Musik reiht sich irgendwo zwischen Heavy-Metal, Thrash- und Death-Metal ein. Hat Arctic Winter schon immer so geklungen? Immerhin seid Ihr ja auch schon ein paar Jahre im Musikgeschehen der Szene!...

Ja, das war schon immer unser Stil. Hauptsächlich verursacht durch die unterschiedlichen favorisierten Richtungen bei den Bandmitgliedern; Upeh und Maddin sind eher so die „Alt- Metaller“ John Dee der Thrasher, Mic und Siggi eher dem Death zugetan. Allerdings gab und gibt es genügend Schnittmengen was sich dann auch im Songwriting und der anschliessenden Umsetzung bemerkbar macht.

Apropos…Die Anfänge von Arctic Winter, zumindest deren unmittelbaren Gründungsmitglieder reicht bis Ende der Achtziger zurück, was war eigentlich der Grund für die zwischenzeitliche Pause?

Die Gründe hierfür liegen sicher hauptsächlich in der persönlichen Entwicklung einiger damaliger Mitglieder. Der ein oder andere hat sich aus berufliche Gründen zurück gezogen, Wiederum andere haben sich persönlich, menschlich „neu entdeckt“ (*lach) und dann hatte sich das ganze insgesamt vielleicht auch etwas festgefahren, weil einige Bandmitglieder auch noch an anderen Projekten beteiligt waren, was in der Summe dann vielleicht auch zuviel Energie gekostet hat. Am Ende ist es sicher auf die Initiative von Upeh und Mic zurück zu führen, daß ARCTIC WINTER wieder auferstanden sind.

Seit gut zwei Jahren seid Ihr also mit teils neuem Line-Up wieder am Start und habt auch im vergangenem Jahr eine Demo mit dem Titel „How to use an open fire” fertiggestellt, wie waren denn die Reaktionen darauf bisher?

Die Reaktionen auf ein 3-Track Demo sind natürlich immer schwer zu erfassen, bzw. wollen wir es auch richtig bewerten. Im Underground bekommst Du üblicherweise „nur“ Kritiken von Leuten die Du kennst, die sind meistens positiv – was wir sehr schätzen, aber auch nicht überbewerten. Schön wären mal Kritiken von neutralen Personen; mal sehen vielleicht kann das Webzine Dark-Feather hier mal einspringen !

Habt Ihr vor, demnächst ein ganzes Album folgen zu lassen?

Wir diskutieren das im Moment. Bedingt durch den Wechsel an der Schießbude würde es vielleicht Sinn machen. Noch sind wir nicht zu einer Entscheidung gelangt; wir sind aber auch nicht unter Druck. Denn erstens würde es auch nur im Underground erhältlich sein und zweitens liegt hierfür noch eine Menge Arbeit vor uns; da muss noch einiges an Grob- und Feinarbeit im Proberaum geleistet weren

Bei so langer Szene-Zugehörigkeit bringt Ihr zweifelsohne auch eine Menge Erfahrung mit, sowohl musikalisch, wie die Qualität des auf dem Sampler vertretenen Songs „Avalanche“ beweist, als auch allgemein in den Epochen des „Music-Biz“. Gab es m Laufe Eurer Zeit eigentlich jemals Labelkontakte oder ist und war dieses Thema für Euch eher sekundär von Bedeutung?

Ja völig richtig – Label war nie ein Thema, das wir mit Druck angestrebt hätten. Wenn sich eine Gelegenheit geboten hätte, hätten wir sicher über alles reden können, aber üblicherwise sind die Verträge für Underground-Bands kaum akzeptabel, also lassen wir es lieber und machen unser Ding, spielen sooft es geht live und verschwenden nicht unsere Zeit mit Diskussionen.

Live habt Ihr auch Coversongs am Start, welche Klassiker der Metalgeschichte beinhalten. Mich würde mal interessieren, welches denn die Vorbilder von Arctic Winter sind und welche Einflüsse bei Euch Pate standen, damals und heute?

Also, Vorbilder sind sicher die ganz großen aus der NWOBHM Zeit wie Priest, Maiden, Saxon usw. Genau so wie aus den folgenden Epochen Bands wie Slayer, Morbid Angel, Kreator, Megadeth, Cradle of Filth und andere, und Du kannst Dich sicher nie 100% frei von dem machen, was Du selber gerne hörst – selbst Musiker wie Ritchie Blackmore oder Randy Rhoads haben sich der Werke Beethovens oder Bachs bedient. Letztlich können wir aber nicht bestätigen, daß irgendein Einfluss bei uns Pate stand oder steht sondern die Mischung aus allen Einflüssen und die bereits erwähnte Mischung der persönlichen Schwerpunkte der Bandmitglieder machen letztlich den Stil von ARCTIC WINTER aus; einen Stil von dem wir denken, daß er schon einen gewissen Wiedererkennungswert hat.

Und was wünscht Ihr Euch für die weitere musikalische Zukunft mit Arctic Winter?

Sooft Live on Stage wie es nur irgendwie geht.

Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:
Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und artverwandten Szene(n)?

Jeder der hier Geld verdienen will, verdient Mitleid. Selbst Virtuosen, die in den 70ern und 80ern noch Superstars geworden wären, können heute nur noch auf Glück hoffen und müssen sich allzu oft musikalisch prostituieren, um über die Runden zu kommen. Vor diesem Hintergrund macht es unseres Erachtens nur dann Sinn Metal zu spielen, wenn man wirklich Spass daran hat und keine kommerziellen Interessen verfolgt. Mit jeder Tanzkapelle auf dem Stadtfest lässt sich leichter Geld und Achtung verdienen als mit Metal. Das wird in den nächsten Jahren viele Bands zum Aufgeben veranlassen und nur die Hartnäckigen und echten Metalbands werden übrig bleiben. Solche wie wir eben ;-)

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Die Webcommunities bieten eine Menge Kontaktmöglichkeiten, die sich sonst nicht geboten hätten.
Allerdings ist die Kehrseite der Medaille, daß gerade hier in der Ultra-Anonymität eine Menge Vollpfosten rumgeistern die nichts zu bieten haben und nur abzocken wollen, da muss man höllisch aufpassen ! Dies soll gleichzeitig auch ein guter Rat an die jüngeren Leser des DF sein !

Arctic Winter 2

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der
Musikwelt?

Positiv: Jeder Zuschauer, den wir zum mitsingen bringen konnten. Wenn eine Menschenmenge
deine Songs mitgröhlt, ist das das Beste, was bei einem Gig vorstellbar ist.
Schräg: Ein Sänger und ein Basser, die in den frühern 90ern bei einem Gig mal so dicht waren, dass
sie sich am nächsten Tag nur noch an die ersten 3 Songs erinnern konnten. Irgendwie gespielt haben
sie die anderen 8 trotzdem aber wie, darüber rätseln sie noch heute.
Schlecht: Veranstalter die erwarten ,dass man dafür bezahlt, in Ihrer Location spielen zu dürfen.
Das nimmt in letzter Zeit leider immer mehr skurille Ausmaße an. Wir sehen einen Gig immer noch
als Dienstleistung von uns an andere. Wir sind Realisten und wissen, dass Angebot und Nachfrage
hier keine großen oder auch manchmal gar keine Gagen ermöglichen aber ein paar Freibier und eine
nette Behandlung sollten für die Band immer drin sein. Alles andere ist indiskutabel.

Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :

An alle Metall-Musiker:
Shred on !

visit: www.arcticwinter.de

 

 

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