
Hallo Arctic Winter, willkommen beim Dark Feather! Stellt doch zu Beginn bitte einmal kurz Eure
aktuelle Besetzung vor, wer bedient bei Euch was?
Hallo Dark Feather. Wir sind: Mic Smith an den Vocals; Upeh Winter am Bass; John Dee - Guitars; Siggi
an den Drums und Iron Maddin - Guitars. |
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Eure Musik reiht sich irgendwo zwischen Heavy-Metal, Thrash- und Death-Metal ein. Hat Arctic
Winter schon immer so geklungen? Immerhin seid Ihr ja auch schon ein paar Jahre im
Musikgeschehen der Szene!...
Ja, das war schon immer unser Stil. Hauptsächlich verursacht durch die unterschiedlichen
favorisierten Richtungen bei den Bandmitgliedern; Upeh und Maddin sind eher so die „Alt-
Metaller“ John Dee der Thrasher, Mic und Siggi eher dem Death zugetan. Allerdings gab und gibt
es genügend Schnittmengen was sich dann auch im Songwriting und der anschliessenden
Umsetzung bemerkbar macht. |
Apropos…Die Anfänge von Arctic Winter, zumindest deren unmittelbaren Gründungsmitglieder
reicht bis Ende der Achtziger zurück, was war eigentlich der Grund für die zwischenzeitliche
Pause?
Die Gründe hierfür liegen sicher hauptsächlich in der persönlichen Entwicklung einiger damaliger
Mitglieder. Der ein oder andere hat sich aus berufliche Gründen zurück gezogen, Wiederum andere
haben sich persönlich, menschlich „neu entdeckt“ (*lach) und dann hatte sich das ganze insgesamt
vielleicht auch etwas festgefahren, weil einige Bandmitglieder auch noch an anderen Projekten
beteiligt waren, was in der Summe dann vielleicht auch zuviel Energie gekostet hat. Am Ende ist es
sicher auf die Initiative von Upeh und Mic zurück zu führen, daß ARCTIC WINTER wieder
auferstanden sind.
Seit gut zwei Jahren seid Ihr also mit teils neuem Line-Up wieder am Start und habt auch im
vergangenem Jahr eine Demo mit dem Titel „How to use an open fire” fertiggestellt, wie waren
denn die Reaktionen darauf bisher?
Die Reaktionen auf ein 3-Track Demo sind natürlich immer schwer zu erfassen, bzw. wollen wir es
auch richtig bewerten. Im Underground bekommst Du üblicherweise „nur“ Kritiken von Leuten die
Du kennst, die sind meistens positiv – was wir sehr schätzen, aber auch nicht überbewerten. Schön
wären mal Kritiken von neutralen Personen; mal sehen vielleicht kann das Webzine Dark-Feather
hier mal einspringen !
Habt Ihr vor, demnächst ein ganzes Album folgen zu lassen?
Wir diskutieren das im Moment. Bedingt durch den Wechsel an der Schießbude würde es vielleicht
Sinn machen. Noch sind wir nicht zu einer Entscheidung gelangt; wir sind aber auch nicht unter
Druck. Denn erstens würde es auch nur im Underground erhältlich sein und zweitens liegt hierfür
noch eine Menge Arbeit vor uns; da muss noch einiges an Grob- und Feinarbeit im Proberaum
geleistet weren |
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Bei so langer Szene-Zugehörigkeit bringt Ihr zweifelsohne auch eine Menge Erfahrung mit, sowohl
musikalisch, wie die Qualität des auf dem Sampler vertretenen Songs „Avalanche“ beweist, als
auch allgemein in den Epochen des „Music-Biz“. Gab es m Laufe Eurer Zeit eigentlich jemals
Labelkontakte oder ist und war dieses Thema für Euch eher sekundär von Bedeutung?
Ja völig richtig – Label war nie ein Thema, das wir mit Druck angestrebt hätten. Wenn sich eine
Gelegenheit geboten hätte, hätten wir sicher über alles reden können, aber üblicherwise sind die
Verträge für Underground-Bands kaum akzeptabel, also lassen wir es lieber und machen unser
Ding, spielen sooft es geht live und verschwenden nicht unsere Zeit mit Diskussionen.
Live habt Ihr auch Coversongs am Start, welche Klassiker der Metalgeschichte beinhalten. Mich
würde mal interessieren, welches denn die Vorbilder von Arctic Winter sind und welche Einflüsse
bei Euch Pate standen, damals und heute?
Also, Vorbilder sind sicher die ganz großen aus der NWOBHM Zeit wie Priest, Maiden, Saxon
usw. Genau so wie aus den folgenden Epochen Bands wie Slayer, Morbid Angel, Kreator,
Megadeth, Cradle of Filth und andere, und Du kannst Dich sicher nie 100% frei von dem machen,
was Du selber gerne hörst – selbst Musiker wie Ritchie Blackmore oder Randy Rhoads haben sich
der Werke Beethovens oder Bachs bedient. Letztlich können wir aber nicht bestätigen, daß
irgendein Einfluss bei uns Pate stand oder steht sondern die Mischung aus allen Einflüssen und die
bereits erwähnte Mischung der persönlichen Schwerpunkte der Bandmitglieder machen letztlich
den Stil von ARCTIC WINTER aus; einen Stil von dem wir denken, daß er schon einen gewissen
Wiedererkennungswert hat.
Und was wünscht Ihr Euch für die weitere musikalische Zukunft mit Arctic Winter?
Sooft Live on Stage wie es nur irgendwie geht. |
Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:
Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und artverwandten
Szene(n)?
Jeder der hier Geld verdienen will, verdient Mitleid. Selbst Virtuosen, die in den 70ern und 80ern
noch Superstars geworden wären, können heute nur noch auf Glück hoffen und müssen sich allzu
oft musikalisch prostituieren, um über die Runden zu kommen. Vor diesem Hintergrund macht es
unseres Erachtens nur dann Sinn Metal zu spielen, wenn man wirklich Spass daran hat und keine
kommerziellen Interessen verfolgt. Mit jeder Tanzkapelle auf dem Stadtfest lässt sich leichter Geld
und Achtung verdienen als mit Metal. Das wird in den nächsten Jahren viele Bands zum Aufgeben
veranlassen und nur die Hartnäckigen und echten Metalbands werden übrig bleiben. Solche wie wir
eben ;-)
Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
Die Webcommunities bieten eine Menge Kontaktmöglichkeiten, die sich sonst nicht geboten hätten.
Allerdings ist die Kehrseite der Medaille, daß gerade hier in der Ultra-Anonymität eine Menge
Vollpfosten rumgeistern die nichts zu bieten haben und nur abzocken wollen, da muss man höllisch
aufpassen ! Dies soll gleichzeitig auch ein guter Rat an die jüngeren Leser des DF sein !
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Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der
Musikwelt?
Positiv: Jeder Zuschauer, den wir zum mitsingen bringen konnten. Wenn eine Menschenmenge
deine Songs mitgröhlt, ist das das Beste, was bei einem Gig vorstellbar ist.
Schräg: Ein Sänger und ein Basser, die in den frühern 90ern bei einem Gig mal so dicht waren, dass
sie sich am nächsten Tag nur noch an die ersten 3 Songs erinnern konnten. Irgendwie gespielt haben
sie die anderen 8 trotzdem aber wie, darüber rätseln sie noch heute.
Schlecht: Veranstalter die erwarten ,dass man dafür bezahlt, in Ihrer Location spielen zu dürfen.
Das nimmt in letzter Zeit leider immer mehr skurille Ausmaße an. Wir sehen einen Gig immer noch
als Dienstleistung von uns an andere. Wir sind Realisten und wissen, dass Angebot und Nachfrage
hier keine großen oder auch manchmal gar keine Gagen ermöglichen aber ein paar Freibier und eine
nette Behandlung sollten für die Band immer drin sein. Alles andere ist indiskutabel.
Ich bedanke mich für dieses Interview,
die letzten Worte gehören dem Künstler! :
An alle Metall-Musiker:
Shred on ! |
visit: www.arcticwinter.de
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