
Hallo und willkommen beim Dark Feather! Zu allererst die Bitte um eine kurze Bandvorstellung für die, die Euch noch nicht kennen: wer und was verbirgt sich hinter Badoc?
Hallo, mein Name ist Thomas und ich führe hier stellvertretend für die Band das Interview. Nicht anwesend sind Dirk und Basti, die Gitarristen, unser Sänger Flo und Bassist Tobi. Gegründet haben wir die Band 2004, das Line Up ist seit 2005 stabil. 2007 haben wir unsere erste EP „…of evil deeds and insane thoughts veröffentlicht“ welche sehr positiv aufgenommen wurde. Vielleicht kennt uns der ein oder andere auch aus der Legacy oder von anderen Samplern, auf denen wir immer mal wieder zu finden sind.
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Mit Eurer atmosphärischen und melodischen Mixtur aus Black- und Death-Metal habt Ihr zwar das Rad nicht neu erfunden, bringt aber meiner Meinung nach eine erstaunliche Frische in das Genre! War bei Euch von Anfang an klar in welche Richtung Badoc den Pfad beschreiten oder hat sich der Stil nach und nach herauskristallisiert?
Wie bei allen Bands hat sich unser Stil auch erst im Laufe der Zeit herauskristallisiert. Als Dirk (Gitarrist) und ich zusammen die Band gegründet haben, hatten wir noch keinen Sänger und nur eine Gitarre, somit war damals noch nicht ganz klar, wohin sich die Musik entwickelt. Wir wussten, dass wir etwas Schnelles und vor allem melodisches, mit hohem Wiedererkennungswert machen wollten. Einfach etwas, was Spaß macht zu hören und hängenbleibt.
Wie du zu Recht sagst, ist das Rad ist auf jeden Falll nicht mehr neu zu erfinden im Metal, bzw. in diesem Genre. Aber Bands, die diesen Spagat aus Härte und Melodie perfektioniert haben, gibt es in meinen Augen nicht sehr viele und das war unser Ziel.
Von welchen Combos seht Ihr Euch denn in erster Linie beeinflusst?
Diese Frage ist immer schwer zu beantworten, alle Bands hier aufzuzählen würde auch den Rahmen sprengen. Viele Leute hören in unserer Musik immer Einflüsse von In Flames, wobei die von uns wirklich keiner großartig gehört hat früher.
Um die Frage mal für alle zu beantworten sind das sicherlich Black und Death Metal Bands wie Immortal, Morbid Angel, Dissection, Children of Bodom, Hypocrisy und Kataklysm die uns anfangs beeinflußt haben. Wobei da der musikalische Geschmack der Einzelnen sehr breit gefächert ist. In letzter Zeit höre ich z.B. sehr viel Dark Tranquillity und Nevermore, also das ändert sich eigentlich ständig. Auch die neueren Amorphis Scheiben gefallen mir inzwischen, früher hätte ich sowas nicht gehört.
Wir sind aber im Laufe der Zeit auch offener geworden was andere Musik angeht, nicht nur im Metal, und das ist meiner Meinung nach auch ganz klar in der Entwicklung der Songs zu hören.
Im vergangenen Jahr habt Ihr Eure zweite E.P. „Scavenger of Souls" fertiggestellt. Was ist Eurer Meinung nach der größte Entwicklungssprung von Eurem Debüt „…of evil deeds and insane thoughts" zu „Scavenger Of Souls“?
Die zwei Jahre, die zwischen den beiden EP´s liegen, haben natürlich zur Entwicklung der Band beigetragen. Da wir glücklicherweise von Line Up Wechseln verschont geblieben sind, hatten wir viel Zeit uns weiter aufeinander einzuspielen und unseren Stil weiter zu entwickeln. Als größten Entwicklungssprung würde ich daher das etwas rundere Songwriting bezeichnen, die Tracks sind einfach besser arrangiert und ausgearbeitet. Besonders die Produktion gibt unserer Musik auch wirklich einen eigenen Charakter. Die erste EP war etwas „roher“ und schwärzer, „Scavenger of Souls“ ist auf jeden Fall noch eingängiger. Nichtsdestotrotz vereinen beide Scheiben die typischen BADOC-Trademarks, also schnelle Parts mit melodisch-atmosphärischen Hooklines und genügend Abwechslung in den Songs.
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Wie gestaltete sich eigentlich die Produktion mit Markus Stock in der „Klangschmiede-E“, immerhin steht sein Name schon für einige namhafte Combos?
Markus ist wirklich ein cooler Typ, der sein Handwerk beherrscht und so sind die Aufnahmen bestens gelaufen. Wir haben viel dazu gelernt und hatten wirklich eine gute Zeit in Mellrichstadt. Wir haben im Studio noch bis zuletzt an den Songs gefeilt und das Ergebnis kann sich denke ich hören lassen. Es ist wirklich von Vorteil, jemand mit dem musikalischen Gespür und der Erfahrung von Markus Stock im Studio zu haben, der objektiven Abstand zum Material hat. Wenn es möglich ist, würden wir jeder Zeit wieder dort aufnehmen, da wir mit sehr zufrieden mit seiner Arbeit und dem Sound sind.
Besonders auffällig ist, dass Eure Songs sehr eingängig klingen ohne in irgendeiner Form anzubiedern. Wie gestaltet sich bei Euch das Songwriting und was inspiriert Euch bei jenem?
Hauptsächlich verantwortlich für das Songwriting sind die Gitarristen Dirk und Basti. In der Regel erstellen sie einzelne Parts / Ideen oder auch ganze Songs am Computer. Diese werden dann unter uns herumgereicht und abgelehnt, verbessert oder angenommen. Parallel dazu entwickeln wir Schlagzeug- und Bassspuren, sowie die Texte. Wenn das Grundgerüst eines Songs steht, übertragen wir das auf die Probe und studieren das Ganze ein. Dabei fällt einem dann erst wirklich auf, ob die Ideen so umgesetzt werden können, gut klingen etc. Ím Proberaum feilen wir dann zusammen an den letzten Details und verbessern einzelne Passagen.
Wir haben das Glück, das wir zwei fähige Songwriter haben, deren Kompositionen perfekt harmonieren. Auch unser Bassist Tobi liefert immer wieder gute Ideen ab, die dann aufgegriffen und weiter verarbeitet werden.
Da wir inzwischen relativ weit verstreut wohnen und keine Band sind, die ganze Songs am Stück im Proberaum durch Ausprobieren entwickelt, hat sich diese Arbeitsweise bewährt.
Es ist eigentlich so, dass wir kontinuierlich an Material arbeiten und immer schon wieder neue Ideen in der Hinterhand haben, wenn andere Songs fertiggestellt sind.
Es geht uns primär nicht darum, die krassesten, schnellsten oder technisch ausgefeiltesten Einzelmusiker zu sein, für uns zählt das Gesamtergebnis und der Song.
Die Inspiration ist daher in erster Linie die Freude am Musik machen und das Bedürfnis, wieder einen guten Song zu schreiben.
Wie geht es nun eigentlich weiter, ist nach zwei überzeugenden E.P.`s nicht langsam mal ein ganzes Album fällig? :-)
Fällig auf jeden Fall, allerdings ist das ein heikles Thema. Wir würden natürlich am liebsten sofort ins Studio gehen und ein Full Length Album aufnehmen, Material wäre auch genug vorhanden. Das Problem ist aber, dass wir ein optimal produziertes Album, welches unseren Ansprüchen gerecht wird, aus eigener Tasche nicht finanzieren können / wollen. Wir würden letztendlich auf den Kosten sitzen bleiben, da es ohne Zugang zu gewissen Vertriebskanälen nicht möglich ist, das Geld wieder rein zu bekommen. Es geht uns nicht darum, an der Musik zu verdienen, aber ein allzu großes Verlust-geschäft sollte es auch nicht sein.
Wir befinden uns mit der neuen EP gerade auf der Suche nach einem Label / Vertriebspartner, der uns bei der Veröffentlichung und Vermarktung eines Albums und die Arme greifen kann und will. Wenn das klappt, sollte ein Full Length Album nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.
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Und was wünscht sich Badoc generell für die weitere musikalische Zukunft?
In erster Linie weiterhin Freude haben an der Musik und natürlich besser zu werden und uns weiter zu entwickeln. Auch Live würden wir gern mehr Präsenz zeigen, um möglichst viele Leute mit unserer Musik erreichen zu können.
Wie gesagt, der nächste Schritt ist das Album und das werden wir jetzt massiv angehen. |
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Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather: Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Metal- und artverwandten Szene(n)?
Ich sehe die ganze Sache aus zwei Perspektiven. Für uns als Musiker ist es sehr schwer geworden auf uns aufmerksam zu machen, da die Szene so groß geworden und der Markt an Bands nahezu überschwemmt ist. Ein bisschen schade ist es auch, dass das Augenmerk momentan so auf den Bereichen Metalcore und Pagan/Viking Metal liegt, aber das ist nun mal Geschmackssache. Die Zeiten sind auf jeden Fall nicht die besten um sich zu etablieren, da die „Konkurrenz“ sehr groß ist.
Als Metalfan ist es wiederum schön zu sehen, das Metal so groß ist wie nie zuvor. Es gibt eine unglaubliche Bandbreite an Genres und es kommen nach wie vor ständig gute Scheiben heraus.
Auch Bands die seit zwanzig Jahren unterwegs sind, bringen erstaunlicherweise wieder gute Alben. Metal und Metalfans sind fester Bestandteil der Gesellschaft geworden, das ist eine äußerst positive Entwicklung.
Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?
Die Vorteile sind natürlich ganz klar, dass es nie so leicht war sich selber zu präsentieren und potentielle Fans zu erreichen. Jeder kann heutzutage selber recorden und sich eine MySpace Seite einrichten um sich selbst zu promoten. Auch zum Kontakte knüpfen eignet sich MySpace hervorragend. Ich finde auch die Entwicklung gut, das MySpace Seiten schon fast die normale Website überflüssig macht. Eine gut gestaltete MySpace Seite ist wesentlich übersichtlicher und Leute, die nur mal reinhören wollen haben alle relevanten Infos direkt am Schirm und müssen nicht erst die ganze Website durchsuchen.
Die Vorteile bedingen aber leider auch die Nachteile, MySpace ist in den letzten Jahren so schnell zu einer reinen Werbe- und Spamplattform verkommen, das es fast schon keinen Spass mehr macht. Und durch die einfache Erstellung eines Profils, ist die Anzahl an grottigen Bands und schlechten Seiten so enorm groß, das die Perlen einfach untergehen.
Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?
Negativ ist leider, dass man immer wieder auf inkompetente oder unzuverlässige Personen trifft, gerade was Undergroundgigs betrifft. Da haben wir im Laufe der Jahre echt schon einigen Mist erlebt, aber das gehört wohl dazu.
Schräg war auf jeden Fall, als wir für einen unserer Gigs Flyer in Trier verteilt haben und in so eine Bar gestolpert sind die voller Metaller war. Wir haben uns natürlich gedacht: Perfekt, genau das was wir brauchen. Nachdem wir allen Anwesenden Flyer in die Hand gedrückt und die noch kurz zugetextet hatten, hat man uns gefragt: Wisst ihr eigentlich wem ihr da grad die Flyer gegeben habt? Dann fiel uns auf das es Amon Amarth waren, die, wie sich herausstellte, mit ihrer Bühenshow-Crew eine kleine After Show Party gefeiert haben. Die waren grade auf Tour mit Slayer. Das war wirklich witzig, wir haben dann noch mit denen einen getrunken und eine CD hinterlassen, die sie wahrscheinlich nie gehört haben =).
Auch als das Kind unseres Gitarristen Basti zehn Minuten vor dem Auftritt auf die Welt wollte, und wir des halb nicht spielen konnten, war im Nachhinein ganz amüsant.
Positiv ist ansonsten das Musik machen an sich, und jedes Feedback, welches wir bekommen und aus dem wir unsere Motivation ziehen.
Ich bedanke mich für dieses Interview, die letzten Worte gehören dem Künstler! :
Vielen Dank für das Interesse, wir würden uns freuen wenn Ihr mal unsere neue Website www.badoc.eu oder uns bei www.myspace.com/badoc besucht und uns mal eure Meinung zur Musik da lasst. Dort könnt ihr euch auch unsere beiden EP´s herunterladen und anhören. Vielleicht sehen wir uns mal auf einem der Gigs in Zukunft. Ansonsten, lest weiterhin das Dark Feather Magazin !
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visit: www.badoc.eu
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