ShirayasDream

Gerade einmal zwei Jahre existierend haben SHIRAYASDREAM schon zwei Alben veröffentlicht, welche es in sich haben! Das Berliner Duo präsentiert mit seinen selbsternannten Alien-Pop grandiose Songs und bringt neues Licht in das Genre. Die Ausnahmesängerin Anna Aliena verleiht dabei den von Oliver Höhne komponierten Stücken mit ihrer mezzosopranen Stimme eine besondere Aura und so entsteht eine musikalische Kunst, die man auch als Electro Gothic Electro Opera bezeichnen kann. Jedoch sie ruhen sich alles andere als auf ihr bisheriges Schaffen aus, so kündigen sie für Sommer diesen Jahres ihren nächsten Release an, welches den Namen "Venus Calls" tragen soll! Wir freuen uns, das wir das Duo für folgendes Interview gewinnen konnten...

 
Dark Feather Ausgabe 9

CD Symbol

Hallo Anna, hallo Oliver, willkommen beim Dark Feather! Ihr beide seid die kreativen Köpfe hinter ShirayasDream? Gibt oder gab es da auch noch andere Involvierte?

Oliver: Nein, wir beiden sind die Hauptdarsteller! :-)

Anna: Während ich energetisch außerdem in gutem Kontakt mit diversen Musikstars stehe, die ihren irdischen Körper bereits verlassen mussten... ;-)

Eure Musik kann man als eine Art Gothic Electro Opera ansehen, Ihr selbst bezeichnet Euren Stil als Alien-Pop, wie auch immer fest steht, dass Ihr da etwas sehr interessantes auf die Beine gestellt habt. War diese stilistische Richtung von Anfang an klar, als Ihr Euch das erste Mal begegnet seid?

Anna: Nun ja, ich hatte schon immer gewusst, dass ich musikalisch etwas Außergewöhnliches und Innovatives kreieren möchte. Nachdem ich aber gerade frisch vom Planeten Nibiru auf die Erde gekracht war, sah ich die Dinge eine Weile recht verschwommen und hatte noch keinen konkreten Plan...

ShirayasDream 1

Oliver: Die Idee des Alien-Pop ist entstanden, nachdem wir unsere beiden Alben „Magic Carpet Nights“ und „Floating in Space“ fast fertig produziert hatten und uns die musikalische und thematische Ausrichtung unserer Songs zu dieser Assoziation einlud.

Apropos Begegnung… Eure erste musikalische ist noch nicht einmal zwei Jahre her und dennoch habt Ihr bereits schon zwei CDs veröffentlicht, stimmte die Chemie quasi von Anfang und setzte viele neue Ideen frei oder waren viele der Stücke schon von Oliver vorhanden und sie verlangten „nur“ noch nach Umsetzung einer ausdrucksvollen Stimme?

Oliver: Beides... Wir hatten von Anfang an einen sehr guten „Draht“ zueinander, menschlich wie auch musikalisch, und die Fusion von Annas Stimme und meinen Arrangements bedurfte keiner großen Einarbeitung. Darüber hinaus gab es aber  schon ungefähr 70 Prozent der Songs, die sich auf den beiden Alben befinden, als Instrumentalversionen in meinem Fundus.

Anna, Du hast unüberhörbar eine langjährige klassische Ausbildung genossen und warst auch schon in anderen Projekten und Formationen involviert. War Dir eigentlich schon immer klar in welchem Genre Du Deine mezzosoprane Stimme einmal einsetzen wirst?

Anna: Nein. In grauer Vorzeit träumte ich nämlich davon, Rocksängerin werden. Mein großes Idol war Freddie Mercury, und da lag es auf der Hand, dass ich mal so sein wollte wie er.  Am liebsten mit einer ähnlichen Stimme! Ich wusste ja noch nicht, dass ich als Frau geboren worden war (auf Nibiru kristallisiert sich das eben erst mit der Zeit heraus). Tja, irgendwann ist mir im Laufe meiner irdischen Odyssee eine ältere Opernsängerin begegnet, die anfing, mich auf der klassischen Schiene zu schulen. Sie war sehr konservativ und duldete den Einsatz von Opernstimmen ausschließlich im Bereich der Klassik. Eine vage Idee für ein mögliches Genre war mir gekommen, als ich viele Jahre vor der Gründung von ShirayasDream zufällig ein Video von Klaus Nomi auf 3sat gesehen und die frühen Songs von Rosenstolz gehört hatte. Alien-Pop ist allerdings nicht das einzige Genre, in dem ich mich bewege. Anfang September 2010 werde ich ein paar klassische Konzerte in der Nähe von Toulouse geben.

Außerdem bist Du noch aktiv in einem Projekt mit den Künstler Verney 1826 involviert, auch dort gab es im vergangenen Jahr ein Debüt. Fällt es Dir manchmal schwer, Prioritäten zu setzen oder verfolgst Du einen strengen musikalischen Zeitplan?

Anna: Glücklicherweise stehen mir einige sehr kompetente Klone zur Seite, die an allen Fronten mit mir zusammen aktiv werden. Meine Musik besteht schließlich nicht nur aus ShirayasDream, Verney 1826, Oper und Lied, sondern auch aus Marketing, Booking und Promo. Ich gebe meinen Klonen und mir täglich Aufgaben: Wir arbeiten also diszipliniert an Stimme und Repertoire, müssen jedoch genauso fleißig das Ziel verfolgen, unsere Musik einem Publikum zu präsentieren. Alles zusammen hat höchste Priorität, lässt sich aber kaum in einen strengen Zeitplan pressen.

Oliver, soweit ich weiß bist Du schon seit frühester Kindheit mit dem Komponieren tätig, was war für Dich der ausschlaggebende Punkt, ShirayasDream ins Leben zu rufen?

Oliver: Nun, ich hatte viele Jahre damit verbracht, meinen musikalischen Stil zu finden und blieb dann bei dieser Mischung aus Klassik- und World-Elementen, kombiniert mit elektronischen Beats und Electro-Pop, um eigentlich eine Basis für Filmmusik zu schaffen.
Deshalb stellte ich 2008 die ersten Instrumentalsongs auf Myspace, um mal zu schauen, wie die Resonanz auf meine Stücke sein würde. Diesem Projekt gab ich dann den Namen „ShirayasDream“. Komplettiert  und charakterisiert wurde es aber letztlich erst durch den Einstieg von Anna.

Eine Frage, die Ihr sicherlich schon sehr oft gehört habt, aber mit Sicherheit dem einen oder anderen stark interessiert: Für was steht eigentlich der Name „ShirayasDream“?

Oliver: Shiraya ist sowohl ein persischer Name, der orientalische Fantasien hervorrufen kann, als auch der Name einer antiken Mondgöttin, die auf dem Planeten Naboo verehrt wird.
Der dazugehörige Traum ist die Offenbarung an die Menschheit, sich ihrer selbst bewusst zu werden und einen Spiegel ihrer Sünden und destruktiven Verhaltensmuster vorgehalten zu bekommen. Natürlich mit einem gehörigen Schuss „ShirayasDream“-Ironie und überspitztem komödiantischen Auftreten.

Anna: Ich bin die wenig göttliche, weltliche Reinkarnation von Shiraya...

Und nun seid Ihr bereits in den Vorbereitungen für Euer bereits drittes Album, könnt Ihr schon etwas dazu verraten und wann soll es erscheinen?

Oliver: Wir denken, dass unser drittes Album pünktlich zum Herbstanfang fertig produziert sein wird.

Anna: Diese Scheibe soll „Venus Calls“ heißen und wird thematisch eine realistischere und unbequemere Ausrichtung haben als „Magic Carpet Nights“ und „Floating in Space“. Während ich vor einiger Zeit noch meist über Fantasiewelten und Aliens geschrieben habe, thematisieren wir auf „Venus Calls“ unter anderem Menschenverachtung im TV, weibliche Homosexualität, SM-Sex, Fremdgehen, Liebe zu Toten, und das Ende einer Liebesbeziehung. Ich denke, damit demonstriere ich wunderbar meine Vielseitigkeit als Textdichterin. Auf dem vierten Album werden wir uns dann beispielsweise einem legendären Stummfilm widmen...

ShirayasDream 2


Zum Abschluss die 3 Standardfragen vom Dark Feather:

Wie seht Ihr die Entwicklung für Bands speziell in Subkulturen wie der Gothic- und
 artverwandten Szene(n)?

Oliver: Ich denke, es hängt von der Qualität der Musik an sich ab, wie Künstler es schaffen, ihr Zielpublikum zu erreichen. Wer  sich abseits von leicht Verwechselbarem positioniert und trotzdem den Kurs halten kann, um nicht zu speziell und unverstanden in der Ecke zu landen, der hat vor allem in der Gothic-Szene gute Karten. Ebenso wie in der Mainstream-Industrie funktionieren ja auch hier die guten alten Muster von Innovation und Althergebrachtem ganz gut... ;-)

Anna: Wer ein schickes Video auf einem Friedhof mit der dazugehörigen Fotosession produziert und über Vampire und Seelenpein singt, der findet in der Gothic-Szene mit Sicherheit eine dankbare Anhängerschaft... ;-) Auf lange Zeit etablieren werden sich meiner Ansicht nach aber nur Künstler, die solch abgetretene Pfade verlassen.

Welche Vor- und/oder Nachteile seht Ihr in großen Webcommunities wie z.B. myspace?

Oliver: Myspace und Co.  sind für mich unverzichtbare Webportale. Zumindest für Kunstschaffende und deren Konsumenten sehe ich darin eine sinnvolle Anwendung. Während ich mir vorstellen kann, dass Privatprofile auch diverse Nachteile in sich beherbergen, die im Kontext  von Datenschutzrichtlinien betrachtet, für den einen oder anderen mit sehr ärgerlichen Folgen enden können.

Anna: Ich konnte für ShirayasDream schon viele wertvolle Kontakte in Webcommunities wie myspace und XING knüpfen. Jeder Internetnutzer sollte sich aber davor hüten, zu viele private Details oder Fotos im Netz von sich preis zu geben. Google hat die Augen schließlich überall! Gleiches gilt für Personalchefs...

Was waren bei Euch die bisher positivsten, schrägsten und was die schlechtesten Erfahrungen in der Musikwelt?

Oliver: Positiv zu erwähnen ist die Tatsache, dass wir 2008 nach gerade mal zwei Monaten Bandgeschichte auf einem Gothic-Festival in den Niederlanden spielen konnten.
Was schlechte Erfahrungen angeht, gibt es ein singuläres Ereignis, über das sich auch im Internet das eine oder andere nachlesen ließe, wenn man es denn wollte, aber dieses Thema  ist substantiell wertlos und keiner Rede wert... ;-)

Anna: Jeder Gig ist für mich positiv! Ich bin eben das, was man als klassische Rampensau bezeichnet. Daran mag es vielleicht auch liegen, dass ich immer sehr von Groupies umlagert werde. Einer wollte schon mal ausgepeitscht oder von mir am Ufer eines Sees geritten werden, während ich dabei „Floating in Space“ singe. Es ist doch schön, dass die Leute in dieser grauen Welt noch blühende Fantasien haben, nicht wahr? ;-)

Ich bedanke mich für dieses Interview,  die letzten Worte gehören dem Künstler! :

Oliver: Wir bedanken uns ganz herzlich für die sorgfältig recherchierten Interviewfragen!

Anna: Lang lebe der Alien-Pop! :-)

visit: www.shirayasdream.com

 

 

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